Alain Girny, Präsident des südelsässischen Zweckverbands Saint-Louis Agglomération, zeigt sich empört darüber, dass die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) am Donnerstag entschieden haben, den Tramverkehr ab Burgfelder Grenze per sofort jeweils ab 20 Uhr einzustellen. Die BVB hatten dies mit der zunehmenden Zahl von Übergriffen begründet. Es hatte mehrere Laserattacken gegeben. Saint-Louis Agglomération ist im Südelsass für den Nahverkehr zuständig.

Girny sagt: «Die BVB haben einen Vertrag mit uns unterzeichnet und ihre Entscheidung getroffen, ohne uns zu konsultieren. Ich habe das aus den Medien erfahren. So kann man nicht miteinander umgehen.» Er beurteilt das Verhalten der BVB als Vertragsbruch. «Das ist total daneben. Sie können so etwas nicht alleine entscheiden, ohne sich mit uns abzusprechen.»

Die Park & Ride-Anlage wird abends nutzlos

Er verweist darauf, dass Grenzgänger am Abend einen drei Kilometer langen Fussweg vor sich gehabt hätten, um zu ihren Autos zu gelangen. «Wir haben neben dem Bahnhof von Saint-Louis an der Endstation der 3er-Tramverlängerung eine Park & Ride-Anlage für 500 Autos gebaut. Schliesslich ist es ja Basel, das mit seiner Parkraumpolitik die Autos aus der Stadt drängt.»

Als Präsident des Zweckverbands sei er sich der Probleme mit den Übergriffen durchaus bewusst, und er wehre sich auch nicht prinzipiell gegen die Entscheidung der BVB. «Wir und die Polizei sind an dem Thema dran. Es handelt sich um eine kleine Gruppe von zehn Jugendlichen um die Place Mermoz, die auch im Quartier für Probleme sorgt.» Die Polizei sei zwischen 20 Uhr und Mitternacht regelmässig mit Streifen vor Ort. «Weitere Massnahmen sind in Planung.» Nach der französischen Gesetzgebung könne die Polizei die Jugendlichen aber nicht einfach verhaften.

Girny verweist darauf, dass es ähnliche Probleme  in Strassburg und Mulhouse, aber auch in der Schweiz gebe. «In Basel mögen sie allerdings weniger gross sein.» Am Freitagmorgen trifft Girny die Verantwortlichen der BVB, um das weitere Vorgehen abzusprechen.