Verkehr

Trotz weniger Pendler: SBB öffnen Basler Unterführung im August

Zurzeit wenig Betrieb in Basel, doch die Frequenz wird ab August wieder zunehmen: Der Bahnhof SBB in Basel.

Zurzeit wenig Betrieb in Basel, doch die Frequenz wird ab August wieder zunehmen: Der Bahnhof SBB in Basel.

Die Einbrüche bei den Frequenzen auf der Passerelle waren im ersten Halbjahr 2020 massiv. Dennoch führen die SBB die Wiedereröffnung der alten Unterführung durch. Derweil die Läden auf der Passerelle auf mehr Pendler und damit mehr Kunden hoffen.

Versprochen ist versprochen: Die SBB eröffnen am Bahnhof in Basel die Personenunterführung wieder – und zwar schon diesen Monat. SBB-Sprecher Oliver Dischoe bestätigt gegenüber der bz entsprechende Angaben der Website. «Wir planen weiterhin, die Personenunterführung im August in Betrieb zu nehmen.» Dazu sei «in Bälde» eine Medienorientierung vor Ort geplant. Dort würden die Fachleute weitere Angaben machen können.

Die Öffnung der fast zwei Jahrzehnte fürs Publikum geschlossenen Unterführung war ursprünglich als Entlastungsmassnahme für die in Stosszeiten heillos überfüllte Passerelle am Bahnhof gedacht. Angesichts der Einbrüche im öffentlichen Verkehr nahm die Belastung der Passerelle allerdings ab. Auf die Frage, ob die Wiederinbetriebnahme mit den Abstandsregeln in Zeiten von Corona zu tun habe, wollen die SBB erst am Medientermin eingehen. Zu den Zahlen sagt Dischoe lediglich: «Stand letzte Woche hatten wir eine Auslastung von rund 70 Prozent im Fernverkehr und rund 80 Prozent im Regionalverkehr gegenüber derselben Vorjahresperiode. Weitere ortsspezifische Angaben geben wir unterjährig nicht bekannt.»

Kunden fehlten, neue Stosszeit zwischen 8 und 9 Uhr

Betroffen von den Frequenzeinbrüchen sind nicht nur die SBB, sondern auch die Mieter der erst auf Herbst 2019 hin neu gestalteten Ladenflächen auf der Passerelle. An allen Schweizer Bahnhöfen betroffen ist die Kioskbetreiberin Valora aus Muttenz, die sich bereits kritisch geäussert hat. Zufriedener mit der Mietzinskulanz und einer flexibleren Regelung betreffend Öffnungszeiten zeigten sich hingegen lokale Mieter.

Insbesondere von angepassten Betriebszeiten machten in Basel viele Geschäfte Gebrauch. So sagt Felix Hohlmann von den «Kaffeemachern», die vergangenes Jahr eine Niederlassung im Bahnhof eröffneten, dass man mit den Öffnungszeiten stark auf das Kundenaufkommen reagiert habe. Das war auch nötig: Nach dem Lockdown seien die Einnahmen um rund die Hälfte zurückgegangen, entsprechend ist auch die Besucherfrequenz tiefer.

Bemerkenswert sei zudem, dass sich die Spitzenzeiten am Morgen verlagert hätten: War die Rushhour vor dem Lockdown zwischen 7 und 8 Uhr, läge sie derzeit eher zwischen 8 und 9 Uhr. Umgekehrt stellt Hohlmann aber auch fest: «Toll ist, dass die Menschen zurzeit sehr gelassen sind, sie bringen mehr Zeit mit und haben weniger Stress.» Dennoch: «Wir hoffen auf mehr Pendler nach den Ferien – und sorgen uns auch etwas vor der eigentlichen Kaffeesaison, weil gleichzeitig die Krankheitssaison wieder losgeht.»

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