Es war ein Nachmittag, an dem die schönste Nebensache der Welt für einmal in den Hintergrund rückte. Begonnen hat alles mit einer Brandrede von Präsident Bernhard Heusler, bei der es vielen Matchzuschauern eiskalt den Rücken herunterlief. Heusler wirkte angespannt und gezeichnet von den Ereignissen der letzten Tage und reihte Worte aneinander, die zwar vorbereitet, aber trotzdem direkt aus dem Herzen zu stammen schienen.

«Wir wollen das nicht, im Namen der ersten Mannschaft, im Namen von allen, die für den FC Basel arbeiten», so Heusler. Die Fans applaudierten und man merkte es ihnen an: Knapp 32'000 Leute schämten sich für das, was sich drei Tage zuvor in Aarau abgespielt hat. Sie schämten sich für eine Ausuferung eines kleinen Teils der Gruppe, den sie alle nicht zu stoppen vermochten.

Sehen Sie hier die Brandrede von Bernhard Heusler, der an die Vernunft der Fans appellierte und die Ziele für die nächste Saison auch gleich bekannt gab. Gleichzeitig hob er auch den mahnenden Finger gegenüber den Medien und all jenen, welche sich an den Gewalttaten ergötzen und diese nutzen, um Schlagzeilen zu machen, oder sich selbst wieder ins Gespräch zu bringen.

(Quelle: SRF)

Bernhard Heuslers Brandrede vor der Partie gegen Lausanne-Sport.

Danach folgte eine Abschiedszeremonie, wie man sie beim FC Basel von den vergangenen Jahren bereits kennt. Sommer, Yakin und auch Stocker, dessen Wechsel zu Hertha Berlin vor dem Spiel offiziell verkündet wurde, wurden von den Zuschauern, dem Staff und der restlichen Mannschaft unter Standing Ovations verabschiedet.

Diese drei Spieler verlassen den FC Basel.

Diese drei Spieler verlassen den FC Basel.

Für Sie alle wurde Spalier gestanden und sie alle wurden erhielten ein Transparent der Fans mit Glückwünschen für die Zukunft. Stocker und Sommer werden ihre Werte, es sind Teamfähigkeit, Abgeklärtheit und Loyalität, in der Bundesliga unterbringen können und auch Yakin wird wohl angesichts der Erfolge, die er aus diesen zwei Saisons vorweisen kann, bald wieder einen Verein finden. Yakin und der FC Basel - das schien nicht gepasst zu haben. Trotzdem zweifelt in Basel niemand daran, dass Yakin ein Trainer mit herausragenden Qualitäten ist.

Schliesslich folgte der Anpfiff in eine Partie, die wie bereits erwähnt, zur fussballerischen Nebentätigkeit formiert wurde. Das Basler Spiel war ein Abbild der ganzen Saison. Der FC Basel spielte weder dominant, noch überzeugend, aber war in den Situationen abgeklärter und gedankenschneller als die Absteiger aus dem Waadtland.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Basler eine eigentlich ausgeglichene Partie doch mehr oder weniger deutlich mit 4:2 (1:0) für sich entscheiden konnten. Torschützen waren der junge Albian Ajeti, der ein grosses Versprechen für die Zukunft ist, sowie zwei Mal Davide Calla und Serey Die, der sich mit einem sehenswerten Solo durch die Lausanner Abwehrreihen schlängelte und eiskalt abschloss.

Bereits in der 8. Minute erzielt Ajeti per Kopf den Führungstreffer für Basel

Bereits in der 8. Minute erzielt Ajeti per Kopf den Führungstreffer für Basel

Während des Spiels wurden die Emotionen, die bereits vor der Partie schon reichlich vorhanden waren, noch einmal aufgefrischt. In der 60. Minute wurde Yann Sommer unter Tränen ausgewechselt. Kurz vor Schluss kam dann noch Valentin Stocker ins Spiel und zeigte bei einer Aktion, in der er drei Lausanner Spieler stehen liess, was sein Abgang für ein Loch in die Besetzung dieser Mannschaft reissen wird. Auch wenn er wohl zu einem Bruchteil der Ablösesumme, die für Salah im Winter gezahlt wurde, wechseln wird, liegt sein Wert für den FC Basel, sowohl sportlich wie auch emotional, wohl deutlich über jenem des Ägypters.

Kurz vor Ende der Partie zeigte die Muttenzerkurve dann noch eine Choreographie, die qualitativ in der Schweiz seinesgleichen sucht. Unzählige, schweisstreibende Stunden Arbeit haben die Fans investiert, um ihrer Mannschaft einen perfekten Rahmen für den Schlusspunkt dieser Saison zu liefern.

Der letzte Teil jener Geschichte, die dieser Fussballnachmittag schrieb, war die Pokalübergabe. Streller reckte den Pokal auf dem Podest im Joggeli in die Höhe und wurde dabei von allen Seiten bejubelt. Es sind nicht mehr die ganz grossen Emotionen, die zum Ende dieser Saison freigesetzt werden. Dafür ist die Sättigung nach 5 Titeln in Folge und die Müdigkeit nach einer anstrengenden Saison zu gross. Trotzdem ist dieser Titel unter schwierigen Bedingungen keine Selbstverständlichkeit, weshalv es sich die Mannschaft verdient hat, heute auf dem Barfüsserplatz gefeiert zu werden.

Die Mannschaft feiert ihre erfolgreiche Saison - und sich selber.

Die Mannschaft feiert ihre erfolgreiche Saison - und sich selber.

Schlussendlich durften die Spieler noch eine Ehrenrunde durchs Stadion drehen - mit dem Pokal in ihren Händen. Allen voran ein gerührerter Valentin Stocker, der genau zu wissen scheint, was er an diesem Verein gehabt hat. «Vale kumm bald zrugg», skandierten die Fans - Es wäre wünschenswert.

Wer sich den Verlauf der Partie noch einmal vor Augen führen möchte, kann sie in unserem Live-Ticker nachlesen:

Coverit Liveticker bz: Basel-Lausanne