Es ist eine Pareforce-Leistung, die da Almi (Patrick Allmandinger) und Salvi (Renato Salvi) während gut zwei Stunden bieten. Eine wahnsinnige Textmenge haben sie geschrieben und auswendig gelernt. Kostümwechsel für jede Nummer, ebenso immer andere, wunderbare Bühnenbilder.

Hochprofessionell ist es, das Comedy-Duo, das zum 11. Mal im Scala an der Freien Strasse das Fasnachtskiechli veranstaltet. Die nicht ganz günstigen 65 Franken Eintritt kommen nicht von ungefähr.

Türkischer Schnitzelbangg

Die Gag-Dichte ist hoch. Es gab unter anderem Witze über Türkenbuben, die eigene Frau, Geschlechtsorgane und Baselbieter (in absteigender Reihenfolge). Sie ernteten am Donnerstagabend an der Premiere auch am meisten Lacher.

Bewusst streuten Almi und Salvi politisch Unkorrektes ein, nicht immer subtil, weil zu stark auf den schnellen Effekt geschrieben, aber nie wirklich verletztend oder herabsetzend. Dabei gelang ihnen auch eine Perle: eine türkische Vorfasnachtsveranstaltung mit dem Namen «Erdoganeli» inklusive Schnitzelbangg in der Burka. Da gabs Wortwitz und eine Verballhorung von Klischees.

Nachdenkliche Momente

Überdurchschnittlich auch die Nummer im Hinterzimmer einer Beiz, wo die Schnitzelbängg auf ihre Auftritte warten. Salvi als depressiver «Bodelumpe», der vom «VW Käfer» aus Wintersingen angepöbelt wird, ist köstliches Boulevard-Theater. Es ist nicht so, dass die beiden Komiker sich einfach von Witz zu Witz, von Spruch zu Spruch hangeln. Es gab, wie es sich für eine fasnächtliche Veranstaltung gehört, durchaus auch nachdenkliche Töne.

Salvi, der in Reimform von «seiner» beginnenden Demenz erzählt. Oder die Reaktion Almis, der sich als wilder Mann auf die deutsche Rheinseite verirrt hat, auf die Tirade des Polizisten, dass die Schweiz  immer nur profitieren wolle von der EU. Er setzte einfach seine Überlegungen fort, wie er es nun noch rechtzeitig an den Vogel Gryff schafft.

Vieles ist vorhersehbar

Solche überraschenden Nicht-Reaktionen und bewussten Auslassungen hätten dem Fasnachtskiechli gut getan. Zu vieles war vorhersehbar, zu viele Nummern nicht bis ins Detail ausgefeilt. Zu viele Gags wurden mit «Gopferdelli» eingeleitet und endeten mit Almis forciertem Lachen. Dem Publikum, in dem auffallend viel Baselbieter Prominenz sass, wars egal. Sie spendeten am Schluss eine Standing Ovation. Auch die neueste Ausgabe wir ein voller Erfolg werden.

 

Bis am 10. Februar geben Almi und Salvi alles. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Weitere Informationen: www.fasnachtskiechli.ch