Wenn heute Abend ab 22 Uhr im Parterre One in Basel die nächste Ausgabe von «Formel 80» über die Bühne geht, kommt es zu einem Novum in der Geschichte der beliebten Partyreihe. Mit Peter Illmann ist erstmals ein Special Guest dabei. Der 59-jährige Wahl-Münchner moderierte von 1983 bis 1985 mit «Formel Eins» die erste Videoclip-Sendung im deutschsprachigen Raum – mehrere Jahre, bevor MTV via Kabel zu empfangen war.

Peter Illmann, wie kommt es, dass Sie am Freitag Special Guest an der «Formel 80»-Party sind?

Peter Illmann: Ich hatte mit Daniel Stucki (einer der «Formel 80»-DJs, die Red.) ein paar gute Gespräche. Da ich an diesem Wochenende nichts vorhatte und noch nie in Basel war, sagte ich zu.

Was darf man von Ihnen erwarten?

Ich schätze, ich werde von meiner Zeit bei «Formel Eins» erzählen und ein paar Lieblingssongs von mir laufen lassen. Ganz genau weiss ich allerdings nicht, was mich erwartet. Ich habe so etwas noch nie gemacht! (lacht)

Sie sind seit fast vier Jahrzehnten im TV-Geschäft, haben diverse Formate moderiert und traten in Filmen und Fernsehserien auf. Trotzdem haben Sie die Leute vor allem als «Formel Eins»-Moderator in Erinnerung. Nervt das?

Ganz im Gegenteil! In diesem schnelllebigen Business ist man oft nach wenigen Monaten weg vom Fenster. Deshalb bin ich wirklich froh, eine starke Marke wie «Formel Eins» als Background zu haben. Was mich hingegen stört, ist, dass alle denken, ich würde aus diesem Grund nur Musik aus den 80ern hören. Das ist definitiv nicht der Fall!

Was für Musik hören Sie denn?

Ach, ganz viel Verschiedenes, auch aus den 80ern. Aber ich bin keiner von denen, die finden, dass früher alles besser war. Jede Dekade hat viel gute und schlechte Musik hervorgebracht.

Wie sind Sie damals eigentlich bei «Formel Eins» gelandet?

Ich habe ganz normal an einem Vorsprechen teilgenommen und konnte mich durchsetzen.

Und schon sassen Sie Woche für Woche den grossen Namen im internationalen Musikbusiness gegenüber.

So schnell ging das auch nicht. Zunächst waren vor allem deutsche Künstler zu Gast, denn die internationalen Stars hatten ja alle Videos, die wir zeigen konnten. Aber mit der Zeit schauten wirklich viele internationale Grössen vorbei. Madonna, Joe Cocker, Frankie Goes To Hollywood …

Konnten Sie diese Musiker abseits der Kamera ein wenig kennenlernen?

Nicht wirklich, denn die meisten waren nur für die Aufzeichnung der Interviews im Studio. Teilweise konnte ich aber das Versäumte nachholen. In der Sendung «P.I.T.», die ich später für das ZDF gemacht habe, habe ich beispielsweise David Bowie oder Freddie Mercury zu Hause besucht und einen Blick auf den Menschen hinter dem Megastar geworfen. Das war sehr interessant.

Welche Stars hatten denn Allüren?

Das waren ganz wenige, meistens Newcomer, die erstmals vom grossen Erfolg gekostet hatten. Die grossen Stars waren alle nett und umgänglich. Bei denen war es in der Regel das Management, das Probleme machte. (lacht)

Sie wurden damals ja auch zum Star und hingen als Poster an den Wänden vieler Teenagerzimmer. Wie gross war der Rummel?

Ach, der hielt sich in Grenzen, denn «Formel Eins» war eine Sendung für das junge Publikum. Menschen über 45 hatten keine Ahnung, wer ich war. Aber klar, zu dieser Zeit bin ich schon etwas weniger ausgegangen und habe nur ausgewählte Restaurants besucht.

Hatten Sie eigentlich die Macht, einen Song zum Hit zu machen?

Ich habe damals in Spanien das Lied «Fotonovela» gehört und es als Neuvorschlag gespielt. Eine Woche später war der Titel in den Charts. Wahrscheinlich wäre der Song aber auch so ein Erfolg geworden, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass wir Hits kreieren oder verhindern konnten. Die Musik bei «Formel Eins» war einfach ein Abbild dessen, was der Deutsche in dieser Zeit gehört hat. Das Spektrum war sehr breit und reichte von Roland Kaiser bis Michael Jackson.

Zum Schluss eine Frage, die Ihnen bestimmt ständig gestellt wird: Was ist Ihr Lieblingslied aus den 80ern?

Es gibt ganz viele Songs, die mir gefallen. Allerdings nicht jene, die ständig im Radio laufen. Ich bevorzuge die Hits aus der zweiten und dritten Reihe.