Fünf elektrische Zahnbürsten, die vorne auf einem beleuchteten Podest vor sich hin surren und sich dabei im Kreis drehen – die Augen des Publikums folgen ihnen gebannt: Das Rämpläm im Tabourettli feierte am Donnerstag Premiere. Der Abend unter der Regie von Roland Sutter hauchte selbst Fasnachts-Laien Lust auf Määlsuppe und Räppliregen ein.

Vor allem musikalisch war das Rämpläm ein absolutes Bijou. So sang Opernsängerin Bettina Gfeller über ihren Mann, einen Schnitzelbänggler, der seinen «Drachen» zuhause während der Fasnacht gänzlich vergisst und Florian Volkmann spielte auf seiner Ukulele eine beinahe traurige Version von «Hallo Fasnacht mein alter Freund». Obwohl das Rämpläm weniger mit Fasnacht zu tun hat als die meisten anderen Vorfasnachtsveranstaltungen, lachte das Publikum Tränen – der Mix aus künstlerischen Elementen, satirischen Nummern und den typischen Fasnachtsstiggli machte es aus!

Bei «Bilder einer Fasnacht – ein Trommelzyklus in fünf Sätzen» brachte das Ensemble die Atmosphäre der Fasnacht ziemlich realistisch, aber auch mit humoristischem Unterton rüber. Die Nummer begann mit «Dr Rueh vor em Morgestraich». Martin Bammerlin, Florian Volkmann und Florens Meury standen breitbeinig vorne auf der Bühne. Mit dem Grundbau einer Ueli-Larve, einem Plastik-Helm mit den Hörnern und Klingeln auf der Seite, klingelten sie im Takt zu den schnellen Klavierklängen von Gfeller am Klavier.

Sogar ein Dyson

Das nächste Bild zeigte «S Aazinde vo de Ladäärne bim Minschter». Die drei Herren liessen abwechslungsweise und voll im Takt kleine Glühbirnen aufleuchten. Darauf folgte «S Binggisziigli in dr Gloggegass» und «Dr sinnfluetartigi Platzräge am Cortège». Dann das Highlight: «D Putzmaschine am Ändstraich». Nach einer gewissen Zeit fragte man sich, wieso man nun drei Herren zuschaute, die ihre Staubsauger, darunter ein Dyson, im Takt des Klaviers saugen liessen. Das Lachen konnte sich trotzdem niemand verkneifen.

Urs Bihler, der einzige Nicht-Musiker im Ensemble, überzeugte mit sprachlichen Finessen. Als er im Samtsessel mit rauchiger Stimme die Liebesgeschichte vom Miggeli usem Schmale Wurf und em Joggeli us dr Spaleburg erzählte, wurde es ganz still im kleinen Saal des Tabourettlis. Auch seine Geschichte vom einsamen Junteressli, das am Morgestraich über die Stadt fliegt und alle Läden sieht, die schliessen mussten, kam grandios an.

Zu den Tönen von «Royal» von Lorde sangen die Musiker von ihrer wilden Fasnachtszeit und den zahlreichen Fasnachts-Schätzeli, die man mitnimmt zum «Pfuuse». Auch diese Nummer gehörte zu den musikalischen Höhepunkten, da die Stimmen harmonierten und Meury mit seiner Loop-Station eine eigene kleine Welt aus Piccolo-Tönen und Gesang erschaffte.

Als dr Max, dr Ueli und dr Hampe mit selbstgestrickten Käppli auf die Bühne traten und sich in ordinärer Sprache über ihren Auftritt auf dem Waggiswaage austauschten, hatten Fasnachtsliebhaber besonders viel zu lachen. Die drei Männer stellten klar: Es dürfen nur Männer mit selbstgestrickten Käppli und holzigen Zoggeli auf den Wagen. Mit dem Rämpläm-Liedli endete der unkonventionelle Fasnachtsspass. «Jetzt hesch e Wurm im Ohr», sang Gfeller und das bewahrheitete sich auf dem Heimweg.

Rämpläm: Vom 25. Januar bis zum 10. Februar im Tabourettli, Theater Fauteuil