Der Kampf um Basler Taxikunden verschärft sich einmal mehr: Nur elf Tage nach der Annahme des neuen Taxigesetzes hat der Taxi-Konkurrent Uber gestern Abend das Angebot Uber-X gestartet.

Im Gegensatz zu Uber-Pop, für das private Autofahrer unterwegs sind, sitzen bei Uber-X professionelle Fahrer am Steuer. Professionell heisst: Die Fahrer und ihre Wagen verfügen über eine Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport, einen Fahrtenschreiber und eine Versicherung. Darum ist das Angebot teurer als Uber-Pop: Ein Kilometer kostet 2 Franken statt Fr. 1.35. Die Preise normaler Taxis unterbietet der Smartphone-basierte Fahrvermittlungsdienst aber weiterhin. «Der Preis liegt mindestens einen Drittel unter den sonst üblichen Preisen für die individuelle Personenbeförderung», teilt Uber mit.

Wie bei Uber-Pop wird Uber beim neuen Angebot 25 Prozent des Umsatzes jeder Fahrt erhalten. Den Grossteil davon nutze Uber für die lokalen Büros und Mitarbeiter. Es ist gut möglich, dass die Provision noch angehoben wird: In Zürich sind es 30 Prozent. Dem Schweizerischen Uber-Chef Rasoul Jalali zufolge ist Uber-X für Fahrer attraktiv: Man habe schon «ein paar Dutzend» Fahrer als Partner.

Fahrer sollen Fahrer abwerben

«Wir sind noch mitten in der Rekrutierung. In diesem Prozess wird die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Fahrern am wirksamsten sein. Wenn sie durch unseren Service Vorteile haben, empfehlen sie ihn weiter», so Jalali. Die Uber-X-Fahrer hätten bisher vor allem als Chauffeure von Limousinen gearbeitet. Uber habe aber auch Taxifahrer als Partner. Davon dürfte keiner für eine der marktmächtigen Basler Taxifirmen vom Leimgrubenweg unterwegs sein: «Fahrten für Uber-X sind den uns angeschlossenen Fahrern nicht erlaubt», sagt zum Beispiel Urs Kestenholz von der 33er Taxi AG.

Uber-X sei für die angeschlossenen Taxifahrer auch kein probates Mittel, um die Auslastung zu erhöhen: «Unsere Fahrer müssen während ihrer Arbeitszeit nonstop zur Verfügung stehen, damit wir auch einen schnellen Anstieg von Bestellungen bewältigen können. Sind sie plötzlich auch noch für Uber-X unterwegs, geht das nicht mehr.»

Eine Chance ist Uber-X für Taxifahrer, die bisher nicht im Bestellmarkt, sondern nur im wenig lukrativen Einsteigermarkt tätig sind: Das stundenlange Warten am Bahnhof könnten sie nun für Uber-X unterbrechen. Ganz so einfach sei das aber nicht, meint Kestenholz: «Uber setzt wie alle im Bestellmarkt tätigen Firmen eine Qualität voraus, die bisher nicht alle Taxifahrer erfüllen.» Diesbezüglich gelten bei Uber-X die gleichen Regeln wie bei Uber-Pop: Das Auto darf nicht älter als zehn Jahre sein und muss vier Türen haben.

Eine prall gefüllte Kriegskasse

Uber-Chef Jalali sieht die Taxis nicht als Gegner: «Für eine Zusammenarbeit mit Taxifirmen wie in Zürich ist Uber-X auch in Basel offen.» Um Uber-X voranzutreiben, investiert Uber viel Geld: Neukunden stehen bis Ende Jahr mit dem Code «Uberxbsl» 25 Franken für eine Gratisfahrt zur Verfügung. Die Aktion lässt erahnen, auf welches riesige Kapitalpolster der weltweit tätige Konzern bei der Einführung neuer Angebote zurückgreifen kann.