Messe-Neubau
Über dem Lichthof ziehen die Wolken vorbei

Der Messeplatz ist leer gefegt. Nichts erinnert die Fussgänger an die grosse Baustelle, über die noch im Dezember Bagger gedonnert sind, Krane tonnenschwere Container transportiert und Bauarbeiter mit Presslufthammer gelärmt haben.

Muriel Mercier
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Den Lichthof im Zentrum des Mittelbaus haben die Bauarbeiter bereits fertiggestellt. juri junkov

Den Lichthof im Zentrum des Mittelbaus haben die Bauarbeiter bereits fertiggestellt. juri junkov

Die einzigen Fahrzeuge, die zurzeit an Bauarbeiten erinnern, sind kleine Transportkarren. Diese fahren jedoch keine Stahlträger, sondern leichtes Material vor, die für den Aufbau der Ausstellungsstände für die Swissbau gebraucht werden. Am Dienstag nämlich lädt die Messe für Bau- und Immobilienwirtschaft in die Hallen ein. Dafür und für die internationale Uhren- und Schmuckmesse im März haben die Messeneubau-Bauarbeiter den Platz an der Mustermesse geräumt.

Mittelbau wird nicht gebraucht

Die erste Bauphase wurde mit dem Mittelbau termingerecht vor Weihnachten abgeschlossen. Dies, obwohl der Komplex für die anstehenden Messen nicht gebraucht wird. «Wir haben mit dem Mittelbau begonnen, damit der Platz für die Messebesucher attraktiv aussieht», erklärt Christian Jecker, Sprecher der Messe Schweiz. Die Bauarbeiter beginnen mit der zweiten Bauphase Anfang April dieses Jahres.

Imposant ragt jetzt der Mittelbau der neuen Messehalle in die Höhe. Die Fassade ist noch im Rohbau. Läuft man jedoch unter dem neuen Komplex durch, überrascht und bringt einem der mit Aluminium gekleidete Lichthof in der Mitte des Baus ins Staunen. Durch den Hof erblickt man ein Stück Himmel. «Der Lichthof ist fertig, ausser dass er noch nicht mit den Messehallen 1 und 3 verbunden ist.» Was Jecker im ersten Moment irritiert hat, ist die Tatsache, dass die Aussenfassade, die auch mit Aluminium verkleidet sein wird, nicht gleichzeitig angebracht worden ist.

Tramhaltestellen sind ungefährlich

Jecker fragte nach und bekam die plausible Antwort: «Wenn man über die kalten Wintermonate das Aluminium an der Fassade des Mittelbaus anbringt und erst später am gesamten Gebäude, verändert sich das Material und es erscheint dann in anderer Farbe.»

Was auffällt: Die provisorischen Haltestellen der Linien 2, 6, 14 und 15, die während der letzten Monate am Riehenring und an der Riehen-strasse positioniert waren, wurden aufgehoben. «Die ursprünglichen Haltestellen sind jetzt geschützt und für die Fussgänger nicht mehr gefährlich.» Einzig der Schutztunnel vor der Halle 3 bleibe bis Ende Jahr aufgebaut.

Auf die Bauarbeiter wartet ab April eine grosse Aufgabe: Innerhalb von zehn Monaten muss das Bauprojekt des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron stehen, führt Christian Jecker aus. Denn: «Ende Januar 2013 muss die Bauleitung den neuen Bau der Messe Schweiz übergeben. Zusammenfassung des Zeitplans: Im Mai werden die Messehallen 1, 2 und 3 ausgeräumt. «Man reisst die Gebäude ja nicht einfach ab», führt Jecker aus. In den Monaten Juni und Juli wird das Untergeschoss erstellt.

Mitte Juli kümmern sich die Bauarbeiter um den Stahlbau – dieser soll Ende August fixfertig gegen den Himmel ragen. Und ab September ist vorgesehen, dass die Messehallen im Innern den letzten Schliff erhalten. Sprich: Anschlüsse werden gelegt, die sanitären Anlagen eingerichtet. Und zu guter Letzt: «Anfang 2013 geht es um die Begrünung des Platzes und dessen Beleuchtung», führt Jecker aus.

Herausforderung: Baselworld 2013

Nicht zu unterschätzen sind die Vorbereitungen, die auf die Messe Basel nach der Übergabe wartet. «Die Baselworld 2013 wird eine grosse Herausforderung», sagt Jecker. Man müsse die Platzierung der Stände neu organisieren, festhalten, wem wie viele Quadratmeter zur Verfügung stehen und die Logistik organisieren. Für die Muba im Frühling 2013 sieht er weniger Probleme auf sich zukommen. «Damit die Leute die Halle 1 betreten könne, öffnen wir das Tor an der Isteinerstrasse.»

Überhaupt sieht Jecker den nächsten Monaten verhältnismässig gelassen entgegen. «Natürlich werde ich langsam kribbelig, dass der Komplex bald steht. Aber bis heute ist noch nichts schiefgegangen. Deswegen habe ich für die nächsten Monate ein gutes Gefühl.»