FDP-Nationalrat Peter Malama kriegt sich fast nicht mehr ein: Ein «sensationelles Ergebnis» sei das. Er habe «wahnsinnig Freude». Grund für seine Luftsprünge: Der Bundesrätin Doris Leuthard wird am 31. Mai eine Petition mit über 10000 Unterschriften übergeben. Neben dem Verein «Ausbau Osttangente – so nicht!» werden sämtliche Basler Bundesparlamentarier bei der Überreichung vor Ort sein. Die im Februar lancierte Petition fordert, dass der Bund sofort Lärmschutzmassnahmen bei der Osttangente umsetzen soll und auf eine oberirdische Spurverbreiterung verzichtet.

«Die vielen Unterschriften bestätigen: So wie der Bund die Erweiterung geplant hat, findet sie keine Mehrheit in Basel», sagt Malama. Und das Bundesamt für Strassen (Astra) könne nicht ein Bauvorhaben gegen den Willen des Volkes realisieren. «Es kamen über 10000 Unterschriften zusammen – das ist ein starkes Signal, das der Bund ernst nehmen muss.»

Ähnlich äussert sich SP-Nationalrat Beat Jans dazu: «Der Erfolg dieser Petition zeigt, mit welchem Widerstand Verkehrsministerin Doris Leuthard bei einem oberirdischen Ausbau rechnen müsste.» Würde die oberirdische Variante umgesetzt, wäre dies sehr schlimm für die Anwohner, ist Jans überzeugt. «Das wäre ein Riesen-Fehler.»

Malama trifft Astra-Chef Dieterle

Jean-Antoine Reinau vom Verein «Ausbau Osttangente – so nicht!» hat sich mehr Unterschriften erhofft. «Das war eine mühsame Sache – wir sind Anfänger beim Sammeln. Deshalb haben wir zu Beginn euphorisch mit mehr Unterschriften gerechnet.» Für ihn kommt etwas Anderes als eine Tunnel-Variante nicht infrage – Mehrkosten hin oder her. «Die Kosten dürfen nicht höher gewichtet werden als das Wohlergehen des Volkes», meint Reinau.

Derzeit prüft das Astra, inwiefern eine unterirdische Variante verkehrs- und bautechnisch machbar ist und welche Kosten sie mit sich bringen würde. «Die Ergebnisse sollen im Juni/Juli vorliegen», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Mehr Infos gibt es nicht.

Etwas redefreudiger ist Gewerbedirektor Malama: Er habe im Juni Astra-Direktor Rudolf Dieterle nach Basel eingeladen. «Wir möchten mit ihm über das weitere Vorgehen bei der Osttangente reden.» Ob Dieterles Chefin Doris Leuthard die Einladung des Gewerbeverbandes, die Autobahn vor Ort anzuschauen, annehmen wird, ist indes noch offen. Malama ist aber zuversichtlich: «Doch, doch – Doris wird kommen.»