In der Diskussion um das Terminalprojekt Gateway Basel Nord (GBN) verändert sich die Tonlage zwischen den Akteuren. Der Grund dürfte sein, dass das Projekt GBN weitere Hürden nimmt. So bestätigt der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber, dass zur Finanzierung des Hafenbeckens 3 eine gemeinsame Absichtserklärung zwischen den Basler Kantonen, den Schweizerischen Rheihäfen (SRH) und dem Bund bei den Beteiligten in der Vernehmlassung sei: «Es geht darum, die Rolle und die Interessen des Bundes im Zusammenhang mit den Rheinhäfen, die mit der Revision des Gütertransportgesetzes auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt wurde, in Abstimmung mit den Kantonen und der Unternehmung SRH zu konkretisieren.»

Man kann das auch direkt ausdrücken: Die Beteiligten sind sich einig, dass die Rheinschifffahrt durch ein drittes Hafenbecken an das Terminal GBN angeschlossen werden soll. Daraus folgt, dass die beiden Basel als Hafen-Eigentümer, die SRH und der Bund die neu im Gütertransportgesetz vorgesehene Mitfinanzierung der Hafeninfrastruktur konkret diskutieren. Das Gütertransportgesetz wurde gemacht, um es anzuwenden.

Auf der anderen Seite scheint das Projekt Container Terminal Weil (CTW) von Swissterminal, Ultra-Brag und Danser in Weil am Rhein aktuell zu stagnieren: «In Absprache mit Roman Mayer von Swissterminal, und Oberbürgermeister Wolfgang Dietz gibt es aktuell keinen neuen Sachstand zu berichten», teilt Gabriele Völling aus dem Weiler Stadtbauamt mit. Mit anderen Worten: Die für den Bau des Containerterminals erforderliche Umzonung des Areals in Deutschland oder die Planung des Autobahnanschlusses sind nicht weiter gekommen.

Bund entdeckt die Häfen

Dass die Finanzierung des Hafenbeckens 3 auf gutem Weg ist, darf man auch daraus schliessen, dass beim Bund die nationale Bedeutung der Rheinhäfen mittlerweile stärker ins Bewusstsein gerückt ist. Dies zeigt sich bereits heute Nachmittag: Da wird in Kleinhüningen das neue Hafenbahn-Stellwerk eingeweiht. Bisher arbeitete man mit der mechanischen Anlage auf der Basis einer Technologie von 1912. Nun folgt ein digitalisiertes System, das mit den Standards des europäischen Bahnverkehrs kompatibel ist.

Dafür und für die gleiche Umrüstung der Hafenbahn in den Baselbieter Häfen, die 2018 beendet sein wird, steuert der Bund 30 Millionen Franken bei. Weitere 35 Millionen aus Bundesbern gibts gemäss Hafendirektor Hadorn für die Südanbindung Auhafen – Schweizerhalle der Hafenbahn. Dieses 900 Meter lange Gleis schafft erstens eine zweite Verbindung Hafenbahn zum Rangierbahnhof Muttenz.

Zweitens wird dadurch das Industriegebiet Schweizerhalle direkt mit dem Hafen verbunden, sodass künftig im werksinternen Bahnverkehr die dort ansässigen Firmen ihre Logistik vermehrt über den Rhein abwickeln können. Davon werde auch das neue Produktions- und Logistikzentrum der Coop in Salina Raurica profitieren, erklärt Hadorn. In Betrieb gehen soll das Verbindungsgleis im Jahr 2020.