Grundlegend ist dabei das let-7-Gen, das die Entwicklung von Tieren – vom Wurm bis zum Säugetier – reguliert. Es produziert eine kleine RNA, die andere Gene stilllegt. Die Forscher vom Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research fanden heraus, dass «das einzige für die Bildung von Geschlechtsorganen relevante Ziel von let-7 eine mRNA namens lin-41 ist», teilten sie am Dienstag mit. Durch die Hemmung von lin-41 aktiviert let-7 vier Gene. Diese fördern den Übergang des Wurms ins Erwachsenenalter.

Während dieses Übergangs erfolgt – wie in der Pubertät beim Menschen – die Bildung reifer Geschlechtsorgane, in diesem Fall Vulva und Uterus beim Hermaphroditen und Schwanz (die Forscher nennen das männliche Geschlechtsteil explizit so) beim Männchen. Es gibt keine weiblichen C. elegans-Würmer – nur Zwitter, die sich entweder selbst befruchten oder mit den weniger häufig vorkommenden Männchen paaren.

Die Wichtigkeit von let-7 wird durch ein besonders drastisches Phänomen betont: Würmer mit einem dysfunktionalen, «kaputten», let-7-Gen sterben einen grausamen Tod: Sie platzen durch die Vagina.

«Mit dieser Studie können wir die Lücken allmählich schliessen und die molekularen Mechanismen klären, die dem Übergang vom juvenilen zum adulten Stadium zugrunde liegen – ein wichtiger Übergang im Leben von Würmern und Menschen», sagt Helge Grosshans. Er leitete die Studie, deren Ergebnisse am Dienstag in der Zeitschrift «Life Science Alliance» veröffentlicht wurden.

Es werde «interessant sein zu untersuchen, ob lin-41 bei den Säugetieren auch die Reifung der Geschlechtsorgane und möglicherweise andere pubertätsbezogene Ereignisse steuert», freut sich Grosshans.