Plötzlich impotent?

Über drei Jahre kein Nachwuchs – Elefantenbulle Jack muss den Basler Zolli wieder verlassen

Er hätte die Lösung für die Nachwuchsprobleme sein sollen: der Elefantenbulle Jack. Doch dreieinhalb Jahre funktionierte es nicht. Deshalb schickt ihn der Basler Zolli zurück in seinen Herkunftszoo in Ungarn.

Es will einfach nicht klappen. Seit Jahren setzt der Basler Zolli alles daran, dass es Junge bei den Elefanten gibt. Für 27 Millionen Franken wurde die komplette Anlage umgebaut. Doch der Nachwuchs blieb aus. Vielleicht liegt es am Elefantenbullen, dachte sich der Zolli.

Deshalb schickten sie ihn kurzerhand in einen Zoo in Schweden. Der Retter in der Not sollte dann Jack sein. Ein damals 24-jähriger Elefant aus einem ungarischen Zoo. Die Damen zeigten sich durchaus interessiert, immer wieder kamen sie Jack näher.

Die Hoffnung hat sich aber nicht erfüllt

Mehrfach habe Jack zwar die Elefantenkühe gedeckt, trächtig wurden sie aber alle nicht. Dabei standen die Chancen nicht schlecht, denn in seinem Heimatzoo in Sóstó sei er bereits zweimal Vater geworden. Jetzt hofft man dort auf weiteren Nachwuchs.  

Eine WG, das kommt für den Zolli nicht in Frage. Zu wichtig sei der Nachwuchs für die Erhaltung der Elefantenpopulation in den europäischen Zoos.

Nun muss der Elefantenbulle – wie bereits sein Vorgänger – also wieder gehen, in der Hoffnung, dass er vielleicht in Ungarn wieder erfolgreich ist. Jack reiste in einem über fünf Tonnen wiegenden Spezialcontainer. Bereits seit Wochen hätten die Tierpfleger mit ihm den Transportvorgang schrittweise eingeübt.

Warum es in Basel keinen Nachwuchs gab, darüber lässt sich nur spekulieren

Es könnte sein, dass die drei Elefantenkühe Rosy, Maya und Heri einfach nicht zu Jack gepasst haben, sagt Zolli-Kurator Fabian Schmidt. «Aber auch das Alter der Kühe oder auch medizinische Gründe könnten eine Rolle spielen.»

Die Damen dürfen aber aktuell alle in Basel bleiben. Der Zolli sei nun auf der Suche nach dem nächsten valablen Kandidaten. Gesucht werde ein Bulle mit «Erfahrung» - das könnte aber noch eine Weile dauern.

Und auch dann sei unklar, wie gross die Chancen auf Baby-Elefanten wirklich sind. Heri werde mit ihren 44 Jahren wohl keinen Nachwuchs mehr haben. Ob es bei Maya (26) oder Rosy (25) noch klappt, werde sich zeigen.

Auch bei anderen Tierarten will es mit der Fortpflanzung nicht funktionieren

So hat es der Zolli zwischenzeitlich bei den Kraken ganz aufgegeben. Man habe zwar vereinzelt Paarungen beobachtet, aber wie bei den Elefanten gab es trotzdem keine Jungen. Das sei der Grund, wieso seit über einem halben Jahr gar keine Kraken mehr im Vivarium ausgestellt sind.

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