Relativ knapp haben die Basler Stimmbürger das Erlenmatt-Tram mit 28'833 Ja-Stimmen (48.36%) und 30'791 Nein-Stimmen (51.64%) abgelehnt. Die Gegner konnten mit der Argumentation, dass 68 Millionen Franken für 1,2 Kilometer Tram zu viel seien, das Stimmvolk offenbar überzeugen.

«Ich bin enttäuscht von der Ablehnung des Erlenmatttrams», erklärte Regierungsrat Hans-Peter Wessels gegenüber der bz. «Ich hoffe, dass der negative Entscheid nicht zu einer Erhöhung des Autoverkehrs im Kleinbasel führt.» Es sei beim Erlenmatt-Tram schwierig gewesen, den Nutzen des Projekts zu vermitteln. «Es ging eben nicht nur um die Tramanbindung eines einzelnen Quartiers, sondern auch um eine Verbesserung der Anbindung des Novartis-Campus an den Badischen Bahnhof und, in einer zweiten Etappe, auch des Roche-Areals.» Dass das Teilstück auch eine Investition in das ganze Netz gewesen wäre, das habe dem Stimmbürger offenbar nicht vermittelt werden können.

Wessels will das Nein zum Erlenmatt-Tram nicht als grundsätzliche Ablehnung des öffentlichen Verkehrs verstehen: «Es war ein Entscheid gegen dieses spezifische Projekt.» Es seien noch andere Tramprojekte in der Pipeline im Grossen Rat. «Der Margarethenstich, der eine bessere Anbindung des Leimentals bringen soll und das Tram 3, das eine grenzüberschreitende Verbindung an den Gare St. Louis bringen soll. Es sind Tramprojekte, die ganz anders gelagert sind, ich glaube deshalb, dass diese auch anders beurteilt werden.»

Bus statt Tram in die Erlenmatt

Auch Patricia von Falkenstein, Präsidentin der LDP erklärt im Namen der Gegner der Tramvorlage, das «Nein» sei nicht als «Nein» zum öffentlichen Verkehr zu verstehen. «Das war bei uns nie ein Thema. Wir haben immer gesagt, dass wir den öffentlichen Verkehr in Basel wollen, aber nicht zu jedem Preis», sagte von Falkenstein. «öV ist wichtig in Basel, aber die Leute sagen nicht einfach ja zu allem, vor allem nicht, wenn es so teuer ist.» Auch FDP-Präsident Daniel Stolz betont: «Das Nein zum Erlenmatt-Tram heisst, dass man den öV in Basel statt will, aber dass das Geld sinnvoll und effizient eingesetzt werden muss.» Das sei bei dieser Vorlage eben nicht der Fall gewesen.

«Das Nein ist aber kein nein zum öffentlichen Verkehr, ganz sicher nicht.» Auch in Zukunft müsste man alle Projekte einzeln anschauen und sich fragen, «ob sie effizient sind und ob sie Kosten-Nutzen-mässig etwas bringen. Gerade beim Tram nach St. Louis bin ich der Meinung, dass das einen positiven Effekt hätte, deshalb sind wir für den Ausbau der Linie 3.»

Schlicht «schade» findet Elisabeth Ackermann, Co-Präsidentin der Grünen Partei, das Nein: ««Ich denke, das Erlenmatt-Tram ist abgelehnt worden, weil die Leute fanden, es sei zu teuer.»

Wie geht es weiter? Heisst das «Nein» zum Erlenmatt-Tram, dass in Basel vermehrt Busse statt Trams zum Einsatz kommen? «Was die Erlenmatt betrifft sicher, generell eher nicht», erklärt Hans-Peter Wessels. «Das Basler Tramnetz ist sehr leistungsfähig, viele Leute wissen und schätzen das.» Er denke deshalb nicht, dass der Ausbau des Tramnetzes als Ganzes gefährdet sei. «Die Gegner haben das im Abstimmungskampf immer betont, sie seien nicht generelle Tram-Gegner, sondern sie seien nur gegen dieses spezifische Projekt.» Patricia von Falkenstein betont, es gehe auch um ein vernünftiges Nebeneinander von Auto und öffentlichem Verkehr. «Im Moment geht es in der Politik zu oft gegen das Auto. Das kann es nicht sein.»