Die Basler Regierung hat entschieden: Der geplante Grossanlass Ende August zum 120-Jahre-Jubiliäum des ersten Zionistenkongresses kann nicht stattfinden. Dafür ist offenbar die Zeit zu knapp.

«Der Regierungsrat ist auf Basis eines Berichts der Projektorganisation zu diesem Schluss gekommen», so die Erklärung, welche am frühen Freitagnachmittag verschickt wurde.

Namentlich sei die Zeit jetzt zu knapp geworden, um die für den Grossanlass notwendigen Massnahmen bei der Kantonspolizei und anderen Sicherheitsbehörden zu ergreifen. Zudem wäre "schwierig, die Bevölkerung noch länger im Unklaren zu belassen", erklärt die Regierung ihre Absage.

Man bedauere die Absage ausserordentlich, denn die Regierung sei sich der Bedeutung dieses Ereignisses bewusst. Zum Kongress waren rund 1500 Personen erwartet worden, darunter der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. 

Schon im Februar hatte die Basler Regierung, die erst dann von Bundesbehörden von den Plänen erfahren hatte, letztere auf den nötigen grossen Aufwand für Sicherheitsvorkehrungen und Organisation und den sehr engen Zeitrahmen hingewiesen. 

Gemäss einem Regierungssprecher hat die Regierung ihren Entscheid am Donnerstag dem israelischen Botschafter persönlich mitgeteilt. Dieser sei enttäuscht gewesen.

Der Zionistenkongress ist ein wichtiger Teil sowohl der israelischen als auch der Basler Geschichte. Er hatte zum ersten Mal im Jahre 1897 in Basel stattgefunden. Mit dem Ziel der Schaffung eines jüdischen Staats in Palästina war dabei die Zionistische Weltorganisation (WZO) gegründet worden.

Für späteren Termin offen

Sollten die Veranstalter den Anlass zu einem späteren Zeitpunkt in Basel ins Auge fassen, wären die Basler Behörden dafür offen. Dann müssten indes "alle Parameter rechtzeitig definiert werden".

Im März hatte die Basler Regierung mitgeteilt, dass alleine die Sicherheitskosten auf 10 Millionen Franken geschätzt würden. Die Schätzung basierte auch auf Erfahrung: 1997 hatte zum 100-Jahre-Jubiläum ein Grossanlass in Basel mit über 1000 auswärtigen Gästen unter umfassenden Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden.

Jene Jubelfeier war allerdings auf Basler Initiative zurückgegangen und war unter dem Patronat des Kantons gestanden. Entsprechend hatte Basel auch die Planungsfäden in der Hand und waren die Kosten kein Thema gewesen. Diesmal stand eine private auswärtige Organisation hinter dem geplanten Grossanlass. (bro/sda)