Die kleinen gelben Äffchen – auch Samiri genannt – haben sich im Basler Zoo bestens eingelebt und verbringen ihre Zeit bis zum Sommer in der Innen- sowie Aussenanlage des Zolli. Der Grund für den Aufenthalt der Äffchen ist eine unerwartete «Abspaltung» der Gruppe, wie der Basler Zoo in einer Medienmitteilung schreibt. Da sich die Gemeinschaft nicht mehr vertrug, musste ein neues Plätzchen für die Gruppe aus dem Tiergarten Nürnberg her.

Der Zoo Basel bietet genügend Platz für zwei Gruppen und hat angeboten, den Nürnberger Äffchen über den Winter Asyl zu gewähren, bis die Reise nach Taiwan weiter geht. Die vorübergehende Aufnahme der Tiere ist ein Beispiel der europäischen Zoo-Gemeinschaft (EAZA). Die beteiligten Institutionen suchen jeweils gemeinsam nach einer Lösung und garantieren so, auch in unvorhersehbaren Situationen, schnell eine passende Unterkunft für die Tiere zu finden.

Immer wieder Abspaltungen

Bei Totenkopfäffchen sind Spaltungen der Gruppe nichts Aussergewöhnliches. Die Affenart bildet getrennte Weibchen- und Männchen-Gruppen aus. Da die Weibchen im Gegensatz zum Männchen miteinander verwandt sind und genetisch alle auf eine «Stamm-Mutter» zurück führen, wächst die Weibchen-Gruppe an und so spaltet sich manchmal eine Untergruppe ab.

Im Normalfall ist es für das Europäische Zuchtprogramm (EEP) kein Problem die abgelöste Gruppe unterzubringen. Für einen Transport nach Taiwan dauern die Vorbereitungen jedoch länger als für Europa, so sind die Tiere als Zwischenlösung im Zoo Basel untergekommen.

Der Zoo Basel koordiniert seit 2014 das Erhaltungszucht-Programm (EEP) der Schwarzköpfigen Totenkopfäffchen. Dort sind rund 800 Tiere aus Europa und Australien/Neuseeland registriert. Damit übernimmt der Zoo Basel die Aufgabe, die Zoo-Population genetisch gesund zu halten. (sim)