Uni Basel
Ueli Maurer warnt vor der Globalisierungswalze

SVP-Bundesrat Ueli Maurer sprach am Montagabend in der Aula der Universität Basel und verglich dabei die Globalisierung mit einer Dampfwalze.

Tobias Gfeller
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«Wir müssen schauen, dass wir nicht darunter kommen.» Ueli Maurer spricht in der Uni Basel über die Globalisierungswalze.

«Wir müssen schauen, dass wir nicht darunter kommen.» Ueli Maurer spricht in der Uni Basel über die Globalisierungswalze.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Bundesrat Ueli Maurer (SVP) rief – und die Aula der Universität Basel war bis auf den letzten Platz gefüllt. «Nationale Volkswirtschaften unter der Globalisierungswalze?», fragte Maurer in seinem rund 40-minütigen Referat, das er auf Einladung der Statistisch-Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel und der Vereinigung Basler Ökonomen hielt.

Maurer skizzierte pointiert ein Bild der Globalisierung als Dampfwalze, die über Länder und deren Volkswirtschaften und somit auch über die Schweiz hinwegrollt. Er beschrieb die Chancen und Gefahren der Globalisierung für die Schweiz. Zu Beginn rühmte er die Handelsstadt Basel als «Leuchtturm für die Schweiz». Basel garantiere mit dem Rhein seit Jahrhunderten den Zugang des Landes zu Europa. Diese Offenheit sieht Maurer als nahezu einzige Option für die Schweizer Volkswirtschaft. «Wir brauchen offene Märkte. Auch in der Landwirtschaft müssen gewisse Schutzmassnahmen weiter gelockert werden», sagte Ueli Maurer.

Für Ueli Maurer nimmt die Globalisierung zunehmend drei Formen an. Er nennt den traditionellen Handel mit Waren und Dienstleistungen als Grundstein für die Globalisierung in der heutigen Form. Doch zuletzt habe der Austausch zu stagnieren begonnen, erklärte Maurer. «Der Handel wird teilweise wieder vom Protektionismus überlagert. Das kann für die Schweiz als kleine Volkswirtschaft, die auf Handel angewiesen ist, problematisch sein.»

Dynamik der Digitalisierung

Den stärksten Treiber der Globalisierung sieht Maurer in der Technologie. Er zeigte sein Smartphone, das heute etwa gleich viel leistet wie der erste Datenspeicher der Nasa, der die Grösse der Aula besass. «Wir sind heute dank dieser Entwicklung dauernd mit der Welt verbunden. Die Digitalisierung hat eine unglaubliche Dynamik und sie überwindet Grenzen, die wir irgendwie versuchen, aufrecht zu erhalten.» Maurer glaubt an die Chancen der Schweiz. «Aber wir dürfen die Entwicklung nicht verpassen», warnte er mehrfach.

In der politischen Globalisierung sieht Maurer eine «gefährliche Tendenz», indem immer mehr internationale Gremien wie die G20, die nicht demokratisch legitimiert seien, den Weg vorgeben. Gerade in diesen Phasen seines Referats hielt er mit seiner Kritik an internationalen Organisationen nicht zurück. Der Brexit und die Wahl von Donald Trump seien Zeichen der Skepsis der Bürger gegenüber der Globalisierung, so Maurer. «Wie das weitergeht, kann ich nicht sagen. Ich wage keine Prognose.» Die Globalisierung könne einen guten Weg nehmen oder auch zu Auseinandersetzungen und Kriegen führen, prophezeit der Bundesrat.

Um all diesen Herausforderung Herr zu werden, müsse die Schweiz ihre freiheitliche Wirtschaftsordnung bewahren und den etwas verloren gegangenen Pioniergeist wiederfinden.
«Irgendwo hört und riecht man sie», philosophierte Maurer am Ende über die Globalisierungswalze. «Wir müssen schauen, dass wir nicht darunter kommen.»