Die Mittelpreismarke Certina aus Le Locle (NE) ist für das laufende Jahr zuversichtlich: Die Marke des Swatch-Konzerns ist gut verankert in der Schweiz und in Mitteleuropa, will aber stärker in Asien wachsen. Dort wächst Certina schneller als der Markt. Mittelpreisige Uhren sind dort gefragt, wie Konzernchef Adrian Bosshard im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda sagte.

Certina setzt deswegen mehr auf Merkmale wie Saphirglas oder grosse Armbänder. Certina bietet auch fünf Modelle an mit der Technologie Precidrive, die acht bis zehn Mal genauere Bewegungen erlaubt als Quartz.

Mit nur zehn Sekunden Veränderung in der Anzeige pro Jahr sei dies ein Vorteil, wenn man offizieller Partner der Rallye-Weltmeisterschaft sei, so Firmenchef Bosshard.

Neue Materialien

Die MGI Luxury Group wächst seit 2008 zweistellig. Zwar hat der Hersteller vergangenes Jahr in Südeuropa Marktanteile verloren, doch wächst die Gruppe anderswo gut, vor allem in den USA. Zur Gruppe gehören die Marken Ebel, Concord und Movado, die verschiedene Preisklassen abdecken.

Etwas langsamer wächst Ebel, für welche die Gruppe seit drei Jahren eine neue Strategie verfolgt. Vor allem Frauenuhren sind laut Manager Flavio Pellegrini das Augenmerk, weil diese wichtig für die Identität der Marke seien. In Japan und Singapur habe Ebel «schöne Überraschungen» geliefert.

MGI will die Marke aber auch in China bekannter machen, wo sie noch wenig präsent ist. Die Marke Movado setzt auf Design und Materialien wie Karbonfaser, das mit dem US-Luxusvelohersteller Parlee hergestellt entwickelt wird.

Mehr Wachstum

Im Jahr 2013 wuchsen die weltweiten Uhrenexporte der Schweiz noch um knapp 2 Prozent auf einen neuen Rekord von 21,8 Milliarden Franken. Nach sehr hohen Wachstumsraten in den Jahren 2010 (+22 Prozent), 2011 (+19 Prozent) und 2012 (+11 Prozent) sei es 2013 zu einer Normalisierung gekommen.

In den Monaten Januar und Februar zog das Exportwachstum bei den Uhren wieder an, mit Raten von 5,6 Prozent beziehungsweise 7 Prozent. Positiv sei die Entwicklung in Europa gewesen, wo sich eine Erholung abzeichne, sagte der Präsident des Schweizerischen Uhrenverbands (FH), Jean-Daniel Pasche, der Nachrichtenagentur awp.

Asien als Ganzes entwickle sich für die Uhrenindustrie dagegen verhalten, was an China mit dem abgeschwächten Wachstum liege, so Pasche weiter. Je nach Natur und Schärfe der Sanktionen gegen Russland könne auch das Geschäft mit Uhren dort negativ beeinflusst werden.