Lange Erlen
Uhus verschlafen Eröffnung ihrer eigenen Voliere

Im Tierpark haben die grössten Eulen Europas eine neue Voliere erhalten – nach langer Planungszeit. Regierungsrat Hanspeter Gass und die Basler Swisslos-Fonds-Präsidentin Doris Schaub eröffneten die neue Anlage.

Julia Gohl
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Peter Lachenmeier, Hanspeter Gass und Doris Schaub (v.l.) eröffnen die Uhu-Volière

Peter Lachenmeier, Hanspeter Gass und Doris Schaub (v.l.) eröffnen die Uhu-Volière

Mit einem Schnitt ist es offiziell: Die Uhus der Langen Erlen haben eine neue Voliere. Vorbei sind die Zeiten des unattraktiven Bretterverschlags. Stattdessen thronen die beiden Eulen nun hoch oben auf ihren Bäumen in einem Gehege, das fast nur aus einem Netz besteht – gespannt über ein paar Metallträger. Die Ehre, dieses einzuweihen, erhielten Regierungsrat Hanspeter Gass und die Basler Swisslos-Fonds-Präsidentin Doris Schaub.

Die Uhus bekamen von der Einweihungszeremonie aber nichts mit. Als nacht- und dämmerungsaktive Tiere schliefen sie, während die beiden Ehrengäste gestern das vor dem Käfig gespannte Band durchschnitten. So kommen die Besucher dank des achtmal grösseren Geheges auch nicht in den gleichen Genuss wie die Eulen selbst. Die Voliere sei zwar extra so angelegt, dass die Uhus auch einmal ihre Schwingen ausbreiten und fliegen können, nur: «Die Besucher werden das halt nie bis selten sehen», sagt Tierparkleiter Bruno Ris.

Üppige Bepflanzung

Die grössten Eulen Europas wirken aber auch schlafend ausnehmend majestätisch. Und was wäre die tierische Royalität schon ohne passendes Schloss? So hat sich der Erlen-Verein beim Bau der Voliere besondere Mühe gegeben. Das macht sich nicht bloss an der Grösse der Anlage bemerkbar. Die gebogenen, grünen Metallträger fügen sich ganz unauffällig in die Landschaft ein, und ein kleiner Bach bahnt sich seinen Weg von Luchsgehege durch die Uhu-Voliere in den grossen Weiher.

Ausserdem sorgen künstliche Felsnischen und üppige Bepflanzung dafür, dass die Uhus genügend Rückzugsmöglichkeiten finden. Hanspeter Gass ist begeistert: «Es ist schön, wie organisch die Voliere in die Landschaft übergeht», sagt er und betont: «Die Basler Bevölkerung weiss, was sie an ihren Langen Erlen hat.»

Billig war die Anlage nicht

Gerade diese Bevölkerung habe lange auf den Bau gewartet und sich oft über den alten Lattenverschlag beklagt, berichtet Peter Lachenmeier. Der Präsident des Erlen-Vereins zeigt sich dankbar für die vielen Spenden, die das längst überfällige Vorhaben ermöglicht haben. Billig war die Anlage nämlich nicht: Rund 500000 Franken hat sie gekostet. «Aber wir bauen sie schliesslich auch für die nächsten 20 oder 30 Jahre und setzen auf hohe Qualität», betont Peter Lachenmeier.

Die Eröffnung ist nun vorbei. Die Bevölkerung kann sich ab Sonntag, 11. September, ein Bild von der neuen Anlage machen. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis die Nachbarn der Uhus einziehen: An der Waldgämsenanlage wird zwar noch immer fleissig gebaut, doch bis Anfang Oktober soll auch sie fertig sein. Und wenn die Uhus dann nachts zu den Gämsen hinüberblicken, quält sie dasselbe Schicksal wie die Besucher der Voliere: Die Tiere, die sie sich ansehen möchten, schlafen scheinbar immer.