Umbau
Das Büro auf dem Gang, der Rhein vor dem Fenster: So soll in der Kaserne künftig gearbeitet werden

Der Umbau der Kaserne zu einem Kultur- und Quartierzentrum nimmt Formen an. Rund zwanzig Interessenten stehen bereit: Vom RFV bis zum Klimastreik.

Jonas Hoskyn
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Die Plaza – der Durchgang vom Kasernenareal zum Rheinufer

Die Plaza – der Durchgang vom Kasernenareal zum Rheinufer

Juri Junkov

Ziemlich genau fünf Jahre, nachdem die Stimmbevölkerung den Umbau der Kaserne zu einem Quartier- und Kulturzentrum abgesegnet hat, soll es kommenden März losgehen. Bis dahin ist noch Einiges zu tun. Das zeigt ein Einblick, den die künftigen Betreiber diese Woche zwischen Bauplatten, Fliesen, verpackten Fensterscheiben und jeder Menge Zementsäcke gewährt haben.

Die künftige Kaserne nimmt immer deutlichere Formen an. Einerseits auf architektonischer Ebene: Der seitliche Durchbruch zum Klingeltalweglein öffnet das Areal neu. Der Vorplatz des künftigen Restaurants dürfte künftig eine der schönsten Terrassen entlang des Rheins werden. Auch die Plaza, also der Durchgang vom Kasernenareal an den Unteren Rheinweg im Kopfbau der Kaserne hat schon fast ihre endgültige Form. Insgesamt drei Stockwerke aus der alten Militärkaserne wurden herausgenommen, um den imposanten Raum zu schaffen, der in Form und Farben ein bisschen anthroposophisch angehaucht daherkommt.

Spontane Kollaborationen auf dem Gang

Und auch programmatisch zeigt sich langsam aber sicher, wie die künftige Kaserne aussehen soll. Neben den fixen Playern wie der Gastronomie, den Ateliers, den Büros der Kulturwerkstatt Kaserne, der Moschee oder dem Ruderclub sind rund zwei Drittel der Fläche noch nicht vergeben. Auf den 3100 Quadratmetern mit Plaza, Projekt-, Atelier- und Veranstaltungsräumen sollen rund 110 Arbeitsplätze entstehen. Zuständig für die Vergabe und Nutzung ist die Fluxdock AG, welche bereits auf dem Dreispitz-Areal Büroräumlichkeiten für kollaborative Flächen anbietet.

Der künftige Veranstaltungsraum bietet Platz für 200 Personen.

Der künftige Veranstaltungsraum bietet Platz für 200 Personen.

Juri Junkov

Wie dies funktionieren soll, erklärte Joël Pregger vom Projektleitungsteam: «Der Kern der Kaserne ist als öffentlicher Raum geplant. Je peripherer es in das Gebäude geht, desto ruhiger und privater sind die Räume.» Konkret bedeutet dies, dass rund um die Plaza niederschwellige und variable Möglichkeiten geschaffen werden, um zu arbeiten und Menschen zu treffen, etwa Tische in den breiten Gängen. So sollen spontane Kollaborationen entstehen. Auch der Austausch mit der Quartier- und Stadtbevölkerung ist ausdrücklich gewünscht.

Wer Wert legt auf fixe Büroarbeitsplätze kann sich ebenfalls einmieten, zahlt dann aber entsprechend mehr als beim variablen Modell. Das Konzept wurde mit rund 20 Organisationen entwickelt, die sich auch für eine Nutzung des Kasernenhauptbaus interessieren. Darunter der RFV, die BScene, Gaybasel, das Gässli Film Festival, die mobile Jugendarbeit oder auch der Klimastreik.

Noch kein Restaurantbetreiber gefunden

Die Fluxdock AG hat mit dem Kanton einen Mietvertrag abgeschlossen und vermietet die Flächen ihrerseits unter. Mit 80 Franken pro Quadratmeter verlangt der Kanton von Fluxdock bewusst einen vergleichsweise tiefen Mietzins mit dem Blick auf die Organisationen und Vereine, welche die Kaserne beleben wollen. Trotzdem betonte Stadtentwickler Lukas Ott auch gestern nochmals, dass die Kaserne als Ganzes selbsttragend sein muss, also keine zusätzlichen Subventionen von Seiten der Stadt zur Diskussion stehen. Zur schwarzen Null beitragen soll auch die Gastronomie. Bei zwei von drei Angeboten ist auch schon klar, wer für die kommenden Jahre verantwortlich ist: Die Rhyschänzli-Gruppe übernimmt das Café und Cécile Grieders Grenzwert-Gruppe die Bar im Turm. Für das Restaurant konnte auch wegen den pandemiebedingten Unsicherheiten noch kein Betreiber gefunden werden.