«Der Architekt würde sich im Grab umdrehen, wenn er sehen würde, was das Präsidialdepartement aus seiner Kaserne machen will.» SVP-Grossrat Eduard Rutschmann kann sich für die Umbau-Pläne des Kantons gar nicht begeistern. Die Kaserne müsse so bleiben, wie sie ist. «Wir müssen uns nicht schämen, wenn wir etwas Altes erhalten wollen», findet er und vergleicht die Kaserne mit der Römersiedlung Augusta Raurica.

Am Mittwoch haben die Gegner vor den Medien ihre Argumente gegen die Sanierung der Kaserne dargelegt, über die am 12. Februar abgestimmt wird. Die Plakate zeigen eine vergoldete Kaserne. «Wir fokussieren im Abstimmungskampf auf die Kosten», sagt FDP-Präsident Luca Urgese. Das 47-Millionen-Projekt sei zu teuer und überzeuge zu wenig. Die Regierung verspreche zwar, dass die Kaserne in Zukunft kostentragend betrieben werden könne. Urgese ist sich aber sicher, dass das nicht funktioniert: «Bald müssen wir über staatliche Zuschüsse sprechen.»

Das Nein-Komitee wehrt sich gegen ein «staatlich finanziertes und orchestriertes Kulturzentrum mit einem vom Kanton angestellten ‹Areal-Manager›». In diesem Punkt ist Urgese enttäuscht von der Haltung der Alternativ-Kultur: «Sie ordnen sich scheinbar der staatlichen Kultur-Definition unter.» Die Gegner sind überzeugt, dass eine gemeinnützige private Trägerschaft der Kultur mehr Freiraum geben und die Kosten deutlich reduzieren würde.

Das Nein-Komitee kritisiert neben den hohen Kosten auch das Nutzungskonzept der Kaserne. Es sei «widersprüchlich, wirr und undurchsichtig». Obwohl Urgese und die anderen Mitglieder der Bildungs- und Kulturkommission «intensiv nachgebohrt» hätten, sei das Konzept unklar geblieben.

Die Regierung preist die Sanierung der Kaserne eine Investition ins Kleinbasel. Dem widerspricht André Auderset, LDP-Grossrat und Präsident der IG-Kleinbasel: «Das Kleinbasel und seine Bedürfnisse wurden offensichtlich vergessen.» Er sieht für die Anwohner und jetzigen Mieter gewichtige Nachteile: Die grosse Plaza und die Aula würden Nutzfläche vernichten und die Miete für die anderen Flächen in die Höhe treiben. «Die vielen Vereine, die heute Räumlichkeiten in der Kaserne nutzen, werden vom Präsidialdepartement verseckelt.» Viele wüssten noch nicht, ob und zu welchen Bedingungen sie nach dem Umbau wieder Räume in der Kaserne nutzen könnten. «Marktmieten kann bestimmt kein Verein bezahlen.»

Lieber keine Lösung

Trotzdem sei es falsch, Angst zu haben, dass die Investition ins Kleinbasel bei einem Nein verloren ist. «Man kann sofort beginnen, neue Konzepte zu erarbeiten», sagt Auderset. Es gebe keinen Grund, deswegen die schlechte Lösung anzunehmen: «Manchmal ist keine Lösung vorübergehend besser, als eine schlechte.» BDP-Grossrat Philipp Schopfer sieht das gleich: «Das Projekt ist eine Fehlplanung, die niemandem dient.» Er kritisiert Regierungspräsident Guy Morin: Ihm gehe es nur um das Prestige. «Die Kaserne ist ihm keine Herzensangelegenheit.»