Drei Projekte sind es, die den Raum zwischen Zolli und Heuwaage in Zukunft völlig verwandeln sollen: Die neue Kuppel anstelle des unansehnlich gewordenen Zeltes, das neugestaltete Nachtigallenwäldeli statt dem düsteren Promenädchen und das Ozeanium am bisherigen Unort Heuwaage.

Eines der Projekte ist nun bereit für die Umsetzung, hat einen Zeitplan, eine gesicherte Finanzierung und wird bald realisiert: Das Nachtigallenwäldeli. Die Planauflage, die am Samstag beginnt, zeigt, der Kanton versucht aus dem engen Raum entlang des Birsig das Maximum herauszuholen.

Allerdings, vieles, das wünschenswert gewesen wäre, geht nicht: «Die Renaturierung des Birsig ist sehr schwierig», sagt André Frauchiger vom zuständigen Tiefbauamt. Zu wenig Wasser ist im Bach, der zudem sehr flach durch sein tiefes, breites Bett fliesst. Und dicht unter dem Bach liegt der Grundwasserspiegel, eine Austiefung des Baches ist also nicht möglich.

Dennoch wird in Zukunft mehr vom Basler Stadtbach zu sehen sein, denn auf dem letzten Stück, bevor der Birsig im Untergrund verschwindet, wird er ausgedolt: Der Parkplatz vor dem WIR-Gebäude verschwindet und zwischen Munimattbrücke und Aubergbrücke kommt der Birsig ans Licht. Dorthin, wo er floss, bevor der mittelalterliche Abwasserkanal aus hygienischen Gründen überdeckt wurde. Die gesamte Anlage soll «vom reinen Durchgangsort hin zu einem vielfältig nutzbaren Park» werden.

Lockerer und freier

Darum wird der Baumbestand aufgelockert und aus seiner reinen Allee-Struktur befreit, drei Stege sollen den Birsig neu überqueren und es wird mehr Bänke und Aufenthaltsflächen geben. «Wir verbinden hier ein Projekt der Stadtgestaltung mit einem Hochwasserprojekt und einem Naturschutzanliegen», meint Frauchiger zur Planung.

Diese sieht vor, dass noch 2014 mit der Realisierung des neuen Wegnetzes und der Neupflanzungen und Wasserbauarbeiten begonnen wird und 2017 Basels neue Verbindungsstrecke zwischen Innenstadt, Gundeli und Bachletten fertiggestellt ist. Aus diesem Grund wird auch ein Teil des Gebäudes des ehemaligen Gassenzimmers abgerissen, um Platz zu schaffen für mehr Nutzungen zwischen Innenstadt und Zolli-Eingang.

Doch nun kommt das grosse «Aber». «Die Fläche der Kuppel ist auf unseren Plänen ein weisser Fleck», sagt Frauchiger. Dort sollte schon längst das alte Zelt-Provisorium durch den «Brotkorb» der Architekten Lost ersetzt sein. Dieses wurde 2002 stolz der Öffentlichkeit präsentiert. Doch seither ist nicht viel passiert. 2011 sagte Kuppel-Betreiber Simon Lutz, er werde die benötigten 7,5 Millionen bis 2012 beisammen haben. 2012 vertröstete er auf 2013 und nun befinde sich laut Lutz «eine Stiftung im Aufbau, deren Aufgabe es sein wird, das Geld zusammenzubringen». Vorhanden ist es aber noch immer nicht. Der Kanton hat zugesichert, er werde sich mit 1,7 Millionen an den Kosten beteiligen. Denn die neue Kuppel würde auch von verschiedenen Organisationen seit Jahren angemahnte neue Proberäume für Bands bringen.

Das Restaurant «Acqua», ebenfalls von Lutz betrieben, ist als Parkrestaurant in den Plänen für das Nachtigallenwäldeli eingeschlossen. Lutz soll gemäss regierungsrätlichem Ratschlag einen Baurechtsvertrag bekommen. Dieser würde ihm auf dem Areal Acqua und Kuppel die nächsten 30 Jahre das Nutzungsrecht einräumen. Der definitive Entscheid steht noch aus, weshalb Immobilien Basel-Stadt auch keine Auskunft darüber gibt, ob dieser Vertrag hinfällig würde, wenn die neue Kuppel auch in den nächsten zehn Jahren nicht gebaut wird. Lutz erklärt, er habe «einen Slot für den Bau der Kuppel im Rahmen der Erneuerung des Gebiets. Dieser verschiebe sich aber immer wieder.

Ozeanium noch unsicher

Auch am anderen Ende des Parks ist vieles unklar. Hier will der Zolli 2016 mit dem Bau des Ozeaniums beginnen. Auch dies ein stolz präsentiertes Grossprojekt, auch hier eine ungesicherte Finanzierung. Ob der Zeitplan eingehalten wird, dazu mochte sich niemand verbindlich äussern. Zolli-Verwaltungsratspräsidentin Elisabeth Simonius sagt: «Wir bauen nur, wenn wir das Geld haben.» Aber es sei «der grosse Wunsch des Zollis das Projekt zu realisieren.»

Doch auch an «seinem» Ausgang des Nachtigallenwäldelis hat der Zolli Projekte in der Warteschleife: Noch ist unklar, wann das geplante Parking unter dem Erdbeergraben gebaut wird. Davon hängt viel ab, denn nur mit dem neuen Parking könnte der Zolli seine Pläne realisieren und auf das Gelände des heutigen Parkplatzes hinauswachsen.

Der Kanton tut also seinen Teil, um zwischen Zolli und Stadt eine schöne Verbindung zu schaffen. Nun ist es am Zolli selbst, dafür zu sorgen, dass seine Gäste nicht aus dem neuen Park auf den alten Parkplatz stolpern. Der Staat ist zwischen Heuwaage und Zolli den privaten Institutionen weit voraus.