Detailhandel

Umsatz bei der Migros sinkt: Auch der orange Riese kämpft mit Online- und Grenzkonkurrenz

ARCHIVBILD ZUM STELLENABBAU BEI DER MIGROS AARE, AM DIENSTAG, 17. SEPTEMBER 2019 - Customers walk past the supermarket trolleys and the orange Migros-M logo, pictured on March 5, 2013, at the Migros branch in Baden, Switzerland. Migros is Switzerland's the largest retail company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)..Kunden gehen an den Einkaufswagen und dem orangen Migros-M vorbei, aufgenommen am 5. Maerz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Migros verzeichnete einen Umsatzrückgang.

ARCHIVBILD ZUM STELLENABBAU BEI DER MIGROS AARE, AM DIENSTAG, 17. SEPTEMBER 2019 - Customers walk past the supermarket trolleys and the orange Migros-M logo, pictured on March 5, 2013, at the Migros branch in Baden, Switzerland. Migros is Switzerland's the largest retail company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)..Kunden gehen an den Einkaufswagen und dem orangen Migros-M vorbei, aufgenommen am 5. Maerz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Tiefere Preise bescheren Migros Umsatzrückgang. Dennoch konnte die Genossenschaft den Gewinn steigern – der Einkaufstourismus bleibt aber ein Problem.

Die Genossenschaft Migros Basel hatte 2019 mit einigen Problemen zu kämpfen: Der Einkaufstourismus im grenznahen Gebiet ist immer noch stark, der Online-Handel drückt auf den Umsatz, und Discounter drängen weiter in die Region Basel. Weil die Migros im gleichen Jahr noch die Preise ihrer beliebtesten 1500 Produkte für die Kunden senkte, brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich ein. Die Information erfolgte angesichts der aktuellen Lage mit der Corona-Prävention primär via Medienmitteilung.

Vergangenes Jahr setzte die Genossenschaft netto insgesamt 925,2 Millionen Franken um, das sind 13,2 Millionen Franken weniger als 2018. Am stärksten betroffen war der Geschäftsbereich Supermarkt und Grosshandel. Damit bleibt auch einem Riesen wie der Migros der Druck nicht erspart, wie er auf so viele Geschäfte des Detailhandels in der Region wirkt.

Immerhin: Beim Gewinn schaute ein Plus von rund 700'000 Franken heraus, er betrug 2019 insgesamt 16,9 Millionen Franken. Dies nicht zuletzt dank weiterer Straffungen der Organisation, was sich in der Anzahl Mitarbeiter spiegelt: 2019 arbeiteten 27 Mitarbeiter weniger für die Migros Basel. Die Arbeitgeberin beschäftigte aber immer noch 3'442 Mitarbeitende und betrieb 97 Verkaufsstellen, das ist eine mehr als im Vorjahr, nämlich die neu eröffnete Filiale Niederholz in Riehen.

Die Migros Basel baut und baut und baut

Zurzeit investiert die Migros Basel tüchtig in ihre Anlagen in der Region. 2019 gab die Genossenschaft rund 24 Millionen Franken aus, um ihre Filialen aufzufrischen und neue Konzepte einzuführen, darunter den «Migros Change»-Wechselschalter im Drachen-Center und in die erste «Poke Bar» im Claramarkt. Letztere nimmt den Verpflegungstrend der sogenannten Poke Bowls auf, also Salate oder salatähnliche Speisen, die in Schalen serviert werden.

2020 geht es mit den Investitionen weiter. So wird voraussichtlich noch auf den Frühsommer hin ein neuer Take-away im Bereich des ehemaligen Sutter Begg am Basler Bahnhof SBB eröffnet. Zudem sollen ebenfalls im Sommer die ersten Produkte aus der Vertical Farm «Growcer» auf dem Dreispitz angeboten werden. Dabei handelt es sich um ein Projekt, dass Lebensmittel wetterunabhängig, pestizidfrei und wassersparend im urbanen Raum anbaut. Dank der räumlichen Nähe seien die Transportwege kurz, was die Nachhaltigkeit des Projekts weiter erhöhe. Das dafür vorgesehene Investitionsvolumen beträgt erneut 28,6 Millionen Franken. Die Migros plane, diese Investitionen auch vollumfänglich zu tätigen.
Erneuerbare Energien und neue Antriebssysteme

Trotz des wirtschaftlichen Drucks im Detailhandel werkelt die Migros Basel tüchtig an Zukunftsprojekten. Der Bau von Fotovoltaikanlagen gehört mittlerweile zum Standard bei der Genossenschaft, zumal die Migros über diverse Liegenschaften mit üppigen Dachflächen verfügt. So auch in Bubendorf, wo 2019 eine entsprechende Anlage in Betrieb genommen wurde. Der Ausbau der Fotovoltaikanlagen führe zu einer deutlichen Reduktion des Energiebedarfs. Laut Mitteilung wurde dank der Anlagen im Geschäftsjahr 30 Prozent weniger Strom verbraucht.

Neuanschaffungen werden zudem auch in der Logistik des Grossverteilers getätigt. Vergangenen Herbst führte die Migros Basel den ersten emissionsfreien Elektro-Lastwagen für Transporte ein (die bz berichtete). Nun wird die Flotte erweitert, allerdings nicht um elektrisch betriebene, sondern um vier mit Biogas betriebene Lastwagen. Ziel der Migros Basel sei es nach wie vor, bis 2030 die gesamte Logistikflotte Stück für Stück mit nachhaltigeren Betriebsstoffen und Antriebstechnologien auszustatten.

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