Umstrittene Lehrmittel
Starke Schule beider Basel lässt Initiative gegen «Milles feuilles» und «New World» sausen

Wegen Corona wurde die Unterschriftensammlung der neuesten Initiative der Starken Schule beider Basel gestoppt – und soll nun auch nicht wieder aufgenommen werden.

Jonas Hoskyn
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Im Baselbiet wurde die Initiative gegen die Passepartout-Lehrmittel 2019 klar angenommen. In Basel-Stadt konnten nicht genügend Stimmen für das Volksbegehren gesammelt werden.

Im Baselbiet wurde die Initiative gegen die Passepartout-Lehrmittel 2019 klar angenommen. In Basel-Stadt konnten nicht genügend Stimmen für das Volksbegehren gesammelt werden.

Kenneth Nars

Die Organisation Starke Schule beider Basel hat ihre erste Initiative im Kanton Basel-Stadt abgeblasen. Als Grund wird die Coronapandemie angegeben: Die Initiative, welche forderte, dass die Lehrpersonen selber entscheiden können, welche Lehrmittel sie einsetzen, wurde im Februar 2020 lanciert, also kurz vor Beginn der Pandemie: «Die Initiative hat einen Nerv getroffen. Wir haben im ersten Monat über 500 Unterschriften gesammelt», sagt Jürg Wiedemann von der Starken Schule beider Basel.

Wegen der Pandemie hat das Initiativkomitee die Unterschriftensammlung dann aber gestoppt und nun entschieden, diese nicht wieder aufzunehmen. Eigentlich hätte das Komitee noch Zeit bis Mitte Oktober gehabt.

«In Basel-Stadt sind wir auf Standaktionen angewiesen, und das ist seit eineinhalb Jahren ohne Ansteckungsrisiko kaum möglich»,

sagt Wiedemann. Zudem kommt: In Basel-Stadt braucht es 3000 Unterschriften für eine Initiative, doppelt so viele wie im Baselbiet.

Starke Schule hat Mühe in der Stadt Fuss zu fassen

Die Initiative richtete sich gegen die sogenannten Passepartout-Lehrmittel in den Fächern Französisch («Milles feuilles» und «Clin d’oeil») und Englisch («New World»), die seit Jahren in der Kritik stehen. Die gleiche Initiative war im Baselbiet mit 85 Prozent überdeutlich angenommen worden.

Kaum zufälligerweise kündigte das Basler Erziehungsdepartement, just einen Tag bevor die Initiative offiziell lanciert wurde, an, den Lehrpersonen künftig mehr Spielraum bei der Auswahl der Unterrichtsmaterialien zu lassen. Ein Erfolg, den die Initianten für sich verbuchen. Doch während die «Starke Schule» im Baselbiet ein ernst zu nehmender politischer Player ist, hat sie in der Stadt nach wie vor Mühe, politisch Fuss zu fassen.

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