Basler Kirche

Umstrittene Pfarrerin: Jetzt überprüft die Kirche ihr eigenes Wahlprozedere

Die Dorfkirche Kleinhüningen in Basel: Hier predigt Pfarrerin Christine Dietrich. Bild: Kenneth Nars

Die Dorfkirche Kleinhüningen in Basel: Hier predigt Pfarrerin Christine Dietrich. Bild: Kenneth Nars

Nach dem Skandal um Basler Pfarrerin Christine Dietrich, die im rechtsradikalen Milieu verkehrte, geht die Evangelisch-reformierten Kirche über die Bücher. Jetzt hinterfragt sie das eigene Wahlprozedere.

Die Wahl in die Exekutive der Evangelisch-reformierten Kirche (ERK) folgt einem eigenen Prozedere. Wichtigstes Gremium ist die Wahlvorbereitungskommission der Synode. Diese schaut sich die Kandidaten für den Kirchenrat an und schlägt sie anschliessend zur Wahl vor. Die Synode, das 80-köpfige Parlament, stimmt anschliessend zu oder enthält sich.

Im Fall von Christine Dietrich, der umstrittenen Pfarrerin aus Kleinhüningen, wählten einige Synodale die zweite Option. Erst nach der Wahl machte diese Zeitung publik, wie Dietrich im rechtsradikalen Milieu verkehrte. Im Anschluss daran erhoben Kritiker der Pfarrerin den Vorwurf, die Wahlkommission habe die Synode bewusst getäuscht.

Geschichte führt zu Konflikten

Seither kommt die Kirche kaum zur Ruhe. Gegenüber «Schweiz aktuell» äusserte sich nun die Präsidentin der Synode, Sabine Ammann. Sie kündigt an, die ERK wolle ihr Wahlprozedere überprüfen: «Wir sind in einem Strategieprozess. Im Rahmen dessen wird man das Zusammenspiel von Kirchenrat und Synodalen überdenken und das Wahlverfahren sicher anschauen», sagt Ammann. Im gleichen Beitrag kommt auch Kirchenratspräsident Lukas Kundert zu Wort.

Medien hatten ihn bislang widersprüchlich zitiert. Gegenüber dem «Regionaljournal» von SRF sagte Kundert, die Geschichte um Dietrich verfüge über das Potenzial, die Kirche zu spalten. Gegenüber der «Basler Zeitung» hingegen sagte Kundert, man sei «weit weg» von einer Krise. Nun bringt Kundert beide Aussagen zusammen. Er bekräftigt zweifach, dass diese «Geschichte die Kirche spalten kann», schränkt gleichzeitig allerdings ein, man sei noch «relativ weit entfernt davon».

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