AKW-Katastrophe

Unbekannte liessen bei Benefizkonzert Kollekte mitgehen

Kinder auf dem Rückweg von der Schule - ein Stück Normalität in der Provinz Fukushima

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Es sollte ein Benefizkonzert zugunsten der Opfer in Fukushima werden. Das sechsstündige Konzert fand am Sonntagabend in der Peterskirche wie geplant statt. Am Schluss war die Kollekte verschwunden. Der Dieb soll das Geld anonym zurückgeben.

Laut Mitinitiator Achim Schulz war das Benefiz-Konzert ein grosser Erfolg. Nach den letzten Klängen der japanischen Chöre mussten die Musiker und Sänger aber feststellen, dass jemand die Kollekte entwendet hatte.

Über die Höhe des entwendeten Betrags kann Schulz keine Angaben machen; 1200 Franken seien aber bereits von einem anderen Benefizkonzert Ende April eingelegt gewesen. Lediglich 600 Franken an nachträglichen Spenden blieben den Veranstaltern. Das wichtigste Ziel, die Katastrophenregion nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist laut Schulz am Sonntag auf jeden Fall erreicht worden. Dennoch sei der Diebstahl für die Spender natürlich bitter. Für die japanischen Musikerkollegen, die das Konzert angeregt hätten, sei die Tat «ganz schlimm», vor allem, nachdem die Japaner die Welt mit ihrem disziplinierten und solidarischen Umgang mit der Katastrophe beeindruckt hätten.

Geld anonym zurückgeben

Auch Irene Mundwyler, Sigristin der Peterskirche, tut es «sehr leid» für die Musiker. Aber sie spricht auch klar von Fahrlässigkeit: «Wir wissen alle, dass aus Basler Kirchen extrem viel geklaut wird. Wir haben schon gar keine Schlösser mehr an den Opferstöcken, weil deren Ersatz mehr kostet als die gestohlenen Summen.»

Sie bietet dem Täter allerdings an, falls ihn die Tat reuen sollte, das gestohlene Geld anonym in der Kirche zu deponieren oder in den Briefkasten des Sigristenhauses in der Petersgasse 54 zu werfen. Veranstalter Schulz versichert, dass er in einem solchen Fall die Anzeige zurücknähme. Straffreiheit kann der Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft Markus Melzl dem Täter keine anbieten: «Wenn er das Geld aber tatsächlich anonym zurückgeben will, finden wir einen Weg.» (bob)

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