Mehrwegkonzept

Und es geht doch: Beim Bebbi-Jazz gibt es Mehrwegbecher

Musik allüberall in der Basler Innenstadt.

Musik allüberall in der Basler Innenstadt.

Das grosse Jazzfestival in der Basler Innenstadt will mit Latin-Klängen neue Facetten des Jazz präsentieren.

Seit nunmehr drei Jahren wird dem Bebbi nicht einfach Jazz vorgesetzt. Die Organisatoren setzen vielmehr einen Schwerpunkt, der neben zahlreichen bekannten Formationen aus der Region und der etwas grösseren Region dem Publikum neue Aspekte dieser Musikrichtung näherbringen soll. Am 18. August werden also nicht nur klassische Blueser und Jazzer der Basler Innenstadt einheizen. Vielmehr gilt das Hauptaugenmerk lateinamerikanischen Rhythmen: von Salsa bis Cha-Cha-Cha, von Bolero bis Bossa Nova. «Latin ist auch in der Schweiz angekommen», sagte dazu OK-Mitglied Michael Santeler am Montag vor den Medien.

Auch Präsident Peter Eichenberger freut sich auf den Karibik-Sound: «Wir wollen die Leute für etwas Neues begeistern», sagte er.

Grösster Star wird wohl Tony Martinez, der mit seiner Band The Cuban Power auftritt. Der Saxofonist, Pianist und Sänger erfreut sich internationaler Bekanntheit und spielte auch schon auf den Bühnen von Montreux. Für den Wahlschweizer ist es der erste Auftritt in Basel.

Insgesamt sind es sieben Bands, die zusammen den Fokus bilden. Damit sind sie dennoch nur ein kleiner Teil: Das Programm des Bebbi-Jazz umfasst mehr als 70 Formationen an über 30 Spielorten. In diesem Jahr findet die 34. Ausgabe des «Em Bebbi sy Jazz» statt – das Gratisfestival hat sich inzwischen zum grössten seiner Art weltweit gemausert.

Um einen Platz im Line-Up zu ergattern, verzichten die Musiker auch auf enorme Gagen: «Wir haben einmal berechnet, dass ein Artist im Schnitt 170 Franken verdient», sagt Santeler.

Zu einer Neuerung kommt es beim Ausschank: Auf dieses Jahr hin führen die Organisatoren ein flächendeckendes Mehrweg-Konzept ein. Es ist das Ende eines mehrjährigen Zwists zwischen den Jazzern und dem Amt für Umwelt und Energie (AUE). Möglich wurde dies durch einen beidseitigen Kompromiss, wie Eichenberger erklärt: «Auch das AUE ist zur Überzeugung gelangt, dass es keine vollumfängliche Lösung mit Mehrweg-Geschirr geben kann.» Getränke hingegen werden zukünftig in wiederverwendbaren Plastikbechern serviert. Allerdings ohne speziellen Aufdruck: «Das können wir uns schlicht nicht leisten», sagte Eichenberger.
350'000 Franken Budget

«Em Bebbi sy Jazz» hat ein Budget von rund 350 000 Franken und wird durch verschiedene Sponsoren, wie etwa die Basler Kantonalbank und den Swisslos-Fonds unterstützt. Jährlich pilgern rund 70 000 Zuschauer an die Konzerte.

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