Ozeanium
Und schon wird die erste Kritik am Ozeanium laut

Eine Meeresbiologin wehrt sich gegen das Basler Ozeanium. Die Korallenfische dafür würden oft mit Gift gefangen und könnten nicht gezüchtet werden, sagt Monica Biondo gegenüber «20 Minuten».

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Sieht es so dereinst in Basel aus? Ein Korallenriff im Südpazifik.

Sieht es so dereinst in Basel aus? Ein Korallenriff im Südpazifik.

Keystone

«Grössenwahnsinnig und heuchlerisch.» So nennt Meeresbiologin Monica Biondo die Basler Ozeanium-Pläne in der Gratis-Zeitung «20 Minuten». Erst am Dienstag hatte der Zolli die Pläne vorgestellt. In rund 30 bis zu acht Metern tiefen Aquarien sollen dereinst mehr Tiere leben, als im Zolli gleich nebenan. Das Grossaquarium würde rund 60 bis 80 Millionen Franken kosten und frühestens 2019 eröffnet werden.

Fische mit Gift gefangen?

Die Fische für das Aquarium stammen laut Vivarium-Kurator Thomas Jermann «aus lokalen Projekten, die sich für die Konservierung der Riffe einsetzen.» Meeresbiologin Biondo ist skeptisch: Die Korallenfische würden oft mit Giften gefangen und könnten grösstenteils nicht gezüchtet werden. Zudem würden viele Fische beim Fang und beim Transport verenden, sagt sie gegenüber «20 Minuten».

Unterstützung erhält Biondo vom Schweizer Tierschutz. Dieser gibt gegenüber dem «Regionaljournal» zu Bedenken, dass das Wissen um die artgerechte Fischhaltung noch nicht genügend gross sei. Der Zolli betont hingegen, dass er bereits seit 40 Jahren ein Vivarium betreibe. Zudem könne man von den Erfahrungen von anderen Grossaquarien, die in den letzten Jahren entstanden, profitieren.