Pech

Unfälle und Unwetter: Die Herbstmesse stand unter einem ungünstigen Stern

Sowohl das Basler Präsidialdepartement wie auch Schausteller und Standbetreiber ziehen eine durchzogene Bilanz zur 547. Herbstmesse.

Zum Auftakt zwei Unfälle mit sechs Verletzten, dann ab der zweiten Hälfte trübes und kaltes Herbstwetter – die 547. Basler Herbstmesse schloss gestern fast sinnbildlich bei Blitz, Donner und Dauerregen ab. Eine kleine erfreuliche Zugabe waren gestern die zahlreichen nordirischen Schlachtenbummler, die sich wetterfest an die Herbstmesse wagten.

Daniel Arni, Leiter Fachstelle Messen und Märkte beim Präsidialdepartement bilanzierte denn auch ohne Euphorie: «Insgesamt blicken wir auf eine durchzogene Herbstmesse zurück, wetterbedingt waren die Messetage unterschiedlich stark frequentiert.» Er schätzte das Besucheraufkommen «auf gegen eine Million», tendenziell etwas weniger als in wettermässig guten Jahren. Als einen Höhpunkt wertet er die Übertragung des Jubiläumskonzerts «500 Jahre Reformation» der Basler Münsterkantorei von vorletztem Sonntag zu den Bahnen auf dem Münsterplatz.

Nichts für schwache Nerven

Nichts für schwache Nerven

Wir haben eine Fahrt mit dem Kettenkarussell auf der Kaserne gewagt und wurden mit einer unvergleichlichen Aussicht belohnt.

Auch Schausteller und Standbetreiber äussern sich zwiespältig zur diesjährigen Herbstmesse. Paul Läuppi, Betreiber der «Calypso»-Bahn auf dem Messeplatz und Sekretär des Schweizer Schaustellerverbands, sagt: «Diese Herbstmesse fällt im Langzeitvergleich nicht ab. Aber man hört unterschiedliche Stimmen – zufriedene und unzufriedene.» Das Wetter sei für den Erfolg der Herbstmesse ein wesentlicher Faktor und es sei vorletzten Sonntag gekippt. Bei ihm selbst sei es unter diesen Voraussetzungen «überraschend gut» gelaufen. Das habe auch damit zu tun, dass er seit einigen Jahren immer den gleichen Standplatz habe und ihn sein Stammpublikum sofort finde.

Überraschend zufrieden äusserten sich die deutschen Betreiber der Achterbahn «Rock & Roller Coaster» auf dem Kasernenareal, bei der zu Messebeginn ein Wagen auf einen andern krachte und fünf Verletzte verursachte. Der Unfall habe zu keinem Besuchereinbruch geführt und man denke, dass man wieder nach Basel komme. Die Geschäfte liefen hier so gut wie etwa in Stuttgart oder Hannover.

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Ganz anders äusserte sich ein paar Meter weiter Hans Haeseli-Hammer, der die gleichnamige Scooter-Bahn betreibt: «In der ersten Woche liefs normal. Seither gabs immer Regen, was extrem schlecht für uns war.» Er sprach von einem Umsatzeinbruch von 50 Prozent. Das liege aber nicht an seinem Angebot, denn «Butschautelibahnen» seien immer noch beliebt.

Ein ähnlich durchzogenes Bild herrschte auch auf dem Hääfelimäärt auf dem Petersplatz, der noch bis morgen Dienstag dauert. So sagte eine begeisterte Vreni Wüthrich aus ihrem Gondeli am Stand mit den vielfältigen Zwetschgen-Posamenterprodukten: «Das ist mein bestes Jahr. Das schlechte Wetter nützt uns mit unseren heissen Zwetschgen, dem Kaffi-Lutz und dem Glühmost.» Etwas gedämpfter, aber immer noch positiv tönt es bei Svanette’s Hut-Pavillon. Dort sagt Jessica Voss: «Es läuft eigentlich ganz ok. Die Leute brauchen bei diesem Wetter Hüte.» Generell habe man aber wegen der Online-Konkurrenz in den letzten Jahren weniger verkauft.

Beim Stand des Blindenheims überwiegen bei den beiden Verkäuferinnen die skeptischen Töne. Das Geschäft sei durchzogen, der Umsatz wegen des Wetters etwas schlechter als in andern Jahren. Ganz neu sei die wiederholt gehörte Bemerkung: «In Deutschland ist das günstiger.»

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Die Herbstmesse ist zwar vorbei, die Ballons halten sich aber noch tapfer in der Luft.

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