Rheinschwimmen ist der Basler Volkssport schlechthin. Trotz gefährlichen Wasserstands und starker Strömung stürmen die Baslerinnen und Basler während der aktuellen Hitzewelle den Stadtfluss. Klassisch ist der Einstieg beim Solitude-Park neben der Schwarzwaldbrücke, gleich unterhalb des Tinguely-Museums. 

Nur: Jetzt fahren alle mit E-Mobilität dorthin. Also mit den Mietvelos von Pick-e-Bike etwa oder den E-Trottis von Flash. Wer andernorts in der Stadt damit von A nach B will, bleibt dabei auf der Strecke. Denn die Trottis und die E-Bikes sammeln sich beharrlich beim Parkplatz neben dem Museum an. Damit wird der Platz fürs eigene Zweirad zusätzlich verknappt.

Die Massierung am Brückenkopf

Statt dass die Fahrzeuge also laufend hin und her pendeln, gesellen sich laufend mehr zu den abgestellten Velos. Die Situation verschärft sich zusätzlich, wenn beim Rheinausstieg bei der Dreirosenbrücke jemand das nächste E-Bike schnappt, hochfährt, es wieder abstellt und sich den Rhein heruntertreiben lässt. So können pro Person durchaus mal zwei bis drei Mietvelos abgestellt werden, welche die Leute kaum mehr mitnehmen. Denn am Schluss der Abkühlung wieder rheinaufwärts zu marschieren, nur um das ohnehin gemietete Fahrzeug zu holen, macht kaum jemand.

Die Situation ist bei Pick-e-Bike bereits seit vergangenem Jahr bekannt, sagt Thomas Eglin von der Geschäftsleitung. Schon im Sommer 2018 wurden solche Massierungen festgestellt. Diesen Sommer kommen einfach noch die E-Trottis dazu. «Wir können die Nutzerströme gut beobachten», sagt Eglin. Mit diesem Massierungs-Phänomen sei voraussichtlich den ganzen Sommer hindurch zu rechnen.

Die Lösung: Per Lieferwagen zurück in die Stadt

Abhilfe schafft Pick-e-Bike dieses Jahr, indem extra Transporte gebucht werden, die bei sehr hohem Aufkommen von abgestellten Velos am frühen Morgen die Fahrzeuge beim Tinguely-Museum wieder aufsammeln und nutzergerecht in der Stadt verteilen. Das kostet laut Eglin nicht wenig, sei aber nötig, weil zuweilen tatsächlich kaum mehr natürliche Pendelei stattfindet, wie sie im System vorgesehen wäre. Im Gegensatz zum eigenen Velo hat das Mietvelo den Vorteil, dass man es einfach stehen lassen kann.

Immerhin: Im Rhein selbst landen weniger E-Bikes der Vermieterfirma. Wie Eglin sagt, habe das Unternehmen zu Beginn mit mehr Vandalismus zu tun gehabt. Noch immer könne es vorkommen, dass das GPS-System anzeigt, dass ein Fahrzeug in den Rhein geworfen wurde. Da E-Bikes aber schwerer als E-Trottis sind, sei das Problem bei Pick-e-Bike deutlich weniger ausgeprägt als bei den Trotti-Verleihern in der Schweiz. In verschiedenen Städten wurde gemeldet, dass die elektrischen Kickboards gerne in Fliessgewässer oder Seen versenkt werden.

Schwemmholz, Dreck und schlechte Sicht

Die aktuelle Hitzewelle macht das Rheinbord bereits im Juni zu einer beliebten Attraktivität in der Stadt, entsprechend begeben sich bereits Hundertschaften von Menschen in die noch einigermassen kühlen Fluten des Rheins. Da aber derzeit noch Schmelzwasser aus den Bergen mitgeführt wird, ist der Pegel verhältnismässig hoch. Am Dienstag mussten zwei Schwimmer auf der Grossbasler Seite gerettet werden, am Mittwoch verlief auf Höhe der Dreirosenbrücke eine Rettung erfolglos; eine schwimmende Person verschwand im Rhein.

Zudem stehen die Schleusen in Birsfelden offen, was zur Folge hat, dass Schwemmholz und weitere Gegenstände vom Rhein mitgeführt werden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr floss nur gerade die Hälfte der jetzigen Wassermenge im Rhein. Die aktuell überspülten Verbauungen am Kleinbasler Badestrand sind auch deshalb schlecht einsehbar und sollten vorsichtig umschwommen werden.