Es war der Anfang einer langen Serie: Im Februar 2011 stiegen bei Nacht und Nebel Unbekannte bei einem Schmuckgeschäft in der Gerbergasse ein, Beute war Goldschmuck im Wert von 25'000 Franken.

Drei Wochen später ging ein zweiter Versuch schief, ein dritter via Abwasserrohr funktionierte hingegen, später verhinderte Sicherheitsglas einen weiteren Einbruch, und einen Monat später überfiel die Bande gar die 70-jährige Inhaberin zu Hause in Allschwil, später zweimal in ihrem Geschäft.

Diese Serie bleibt teilweise ungeklärt: Das Strafgericht sprach gestern einen 35-jährigen Mann aus Saint-Louis von den entsprechenden Raub- und Diebstahlvorwürfen frei - obwohl er von seiner Exfreundin massiv belastet worden war. «Das Tatvorgehen würde grundsätzlich passen, aber es bleiben Zweifel», sagte Gerichtspräsident Lucius Hagemann.

Einige Teilverurteilungen

Verurteilungen wegen Einbrüchen gab es dennoch reichlich: Das Dreiergericht war davon überzeugt, dass er diverse Privatwohnungen ausgeräumt hatte, auch eine Serie vom Frühling 2012 in diversen Bars in der Steinenvorstadt rechnete man ihm an.

Weil er das Bargeld aus den nächtlichen Einbrüchen auf diverse Post- und Bankkonten eingezahlt hatte, klagte ihn die Staatsanwaltschaft auch wegen Geldwäscherei an. Davon wollte das Gericht allerdings nichts wissen: Einzahlungen auf eigene Konti dienten nicht der Vereitelung der Strafverfolgung.

Auch Hehlerware gehandelt

Das Gericht verurteilte ihn auch wegen Hehlerei: Im November 2011 fischte seine Exfreundin ein Damenarmband im Wert von 1000 Franken aus einer Bijouterie an der Rebgasse, der Verkäufer folgte ihr und beobachtete schliesslich an der Greifengasse eine Übergabe des Armbandes an den Angeklagten. Dass er den Diebstahl quasi beauftragt und überwacht hat konnte man ihm hingegen nicht nachweisen.

Der Mann sitzt seit November 2012 in Untersuchungshaft, das Gericht verurteilte ihn nun zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Wegen Diebstählen ist er schon mehrmals verurteilt worden, in Deutschland sass er gar eine langjährige Haftstrafe wegen versuchten Mordes ab.

«Ich möchte mich für das, was ich getan habe, entschuldigen. Ich habe es nicht wegen der Freude am Stehlen gemacht», betonte er vor Gericht. Durch die Herkunft seiner Eltern aus Nordafrika gelte er in Frankreich nicht als richtiger Franzose, und es sei schwierig für ihn, dort Arbeit zu finden.

Auf einem seiner Konti befanden sich 11'000 Franken - wie sein Vater vor Gericht betonte, sei dies legales Geld aus einer Lebensversicherung. Dennoch zog das Gericht den Betrag ein, um Zivilforderungen und die Verfahrenskosten zu decken. Die Staatsanwaltschaft wie der Beschuldigte können das Urteil weiterziehen.