Ohne Mückenstiche

Uni-Basel-Forscher richten Malaria-Testzentrum in Afrika ein

Malaria-Überträger: Die Anopheles-Mücke (Archiv)

Malaria-Überträger: Die Anopheles-Mücke (Archiv)

Um Malaria-Impfstoffe zu testen, mussten sich Freiwillige bisher von infizierten Mücken anstecken lassen. Nun haben Forscher des Tropeninstituts der Uni Basel in Tansania mitgeholfen, ein Zentrum für Tests ohne Mückenstiche aufzubauen.

Um die Wirksamkeit von Malaria-Impfstoffen zu testen, lassen sich Freiwillige von infizierten Mücken stechen, anstecken und danach mit Medikamenten behandeln. Nun ist mit Unterstützung von Schweizer Forschern in Tansania ein Zentrum für Tests ohne Mückenstiche eingerichtet worden.

Dies werde die Entwicklung eines Impfstoffes und neuer Medikamente gegen Malaria beschleunigen, hiess es in einer Mitteilung der Universität Basel vom Mittwoch. Bisher waren Tests für Malaria-Impfstoffe unter kontrollierten Bedingungen nur in speziellen Einrichtungen in Europa und den USA möglich.

In einem Artikel im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" beklagen die Wissenschaftler, dass lange ignoriert worden sei, dass Impfstoffe und Medikamente dort entwickelt werden sollten, wo sie verwendet werden. Oft sei behauptet worden, man könne in Afrika die nötigen klinischen und ethischen Standards nicht einhalten.

Nun haben die Wissenschaftler des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) in Basel, des Ifakara-Health-Instituts in Tansania und Partnerorganisationen in Tansania ein Impfstoff-Prüfsystem nach internationalen ethischen wie biomedizinischen Richtlinien etablieren können.

Dabei verwenden sie ein vom US-Unternehmen Sanaria hergestelltes Produkt aus gereinigten Sporozoiten, der infektiösen Form des Malaria-Erregers. Damit könne in Zukunft auf infektiöse Stiche der Moskitos verzichtet werden.

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