Die Universität Basel ist in der internationalen Rangliste aus Shanghai erstmals nicht mehr unter den 100 besten Hochschulen der Welt. Die Uni-Leitung ist deswegen zwar enttäuscht, Handlungsbedarf sieht sie deswegen aber keinen.

«Man nimmt das natürlich mit Bedauern zur Kenntnis», sagt Matthias Geering, Kommunikationschef der Uni Basel. «Die Rankings sind wichtig und man muss sie ernst nehmen, sie haben aber keine grossen Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft.» Seit der ersten Veröffentlichung des Rankings im Jahr 2003 war die älteste Uni der Schweiz stets auf einem Rang zwischen 81 und 96 platziert. Im vergangenen Jahr war es Rang 87. Jetzt ist die Uni noch unter den 150 besten, die Ränge über den Top 100 werden aber nur noch in Fünfzigergruppen vergeben.

Nobelpreisträger zählen

Das «Academic Ranking of World Universities» wird unter anderem dafür kritisiert, dass es nur englischsprachige und ausschliesslich naturwissenschaftliche Publikationen berücksichtigt. Seit 2009 veröffentlicht nicht mehr die Uni Shanghai die Rangliste, sondern eine private Ratingagentur.

Massstab ist die amerikanische Universität Harvard als beste Hochschule der Welt. Die Noten werden von Hochschulabgängern vergeben, aber auch nach der Anzahl der Nobelpreisträger an einer Uni und der Publikationen. Geering erklärt: «Andere Unis, gerade im asiatischen Raum, bekommen deutlich mehr Mittel, wachsen schneller als wir und können uns so überholen. Die Uni Basel dagegen strebt ein nachhaltiges Wachstum an.» Bei Rankings wie etwa dem Times-Higher-Education-Ranking oder dem QS-Ranking liefert die Uni Basel selbst Daten. «In diesen beiden Rankings haben wir grosse Sprünge nach vorne gemacht, und bald darauf wieder Plätze verloren. Die Gründe für diese Ausschläge sind schwer zu eruieren», sagt Geering.

Auch Regierungsrat Christoph Eymann, Erziehungsdirektor und Mitglied des Universitätsrates, bleibt gelassen: «Diese Platzierung ist für mich kein Grund, jetzt hysterisch zu werden». Die Strategie der Uni Basel sei langfristig ausgelegt. «Platzierungen in den Top 100 sind natürlich erfreulich, sollten aber nicht überbewertet werden.» (af.)