Es sind teilweise sehr persönliche und private Fragen, die auf dem Fragebogen aufgelistet sind. Rund 29'000 Baselbieter, alle über 75 Jahre alt, haben die Umfrage in den vergangenen Wochen erhalten. Doch erst nach dem Versand hat die «Schweiz am Wochenende» bekannt gemacht, dass der Fragebogen nicht anonymisiert ist. Beim Verein Graue Panther Nordwestschweiz stiess dies auf harsche Kritik. Der Datenschutz sei dringend zu verbessern. Störend sei insbesondere, dass nicht auf den ersten Blick erkennbar sei, dass die Umfrage nicht anonym ist.

Ziel der Studie ist es, die Bedürfnisse von älteren Menschen zu erfassen, um sich auf zukünftige Herausforderungen im Gesundheitssystem einstellen zu können. Wie in klinischen Studien üblich seien die Fragebögen mit einem Code versehen worden, «was bei einigen der Angeschriebenen zu Verunsicherung geführt hat», schreibt nun die Universitätsleitung in einer gestern verschickten Mitteilung.

«Vertrauen wiedergewinnen»

«Um das Projekt ‹Inspire› weiterführen zu können und das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen, wird diese Umfrage ausschliesslich anonymisiert ausgewertet», schreibt die Unileitung weiter. Damit sei gewährleistet, dass bei der Auswertung der Umfragedaten keinerlei Rückschlüsse auf Personen gemacht werden können. Weiter will die Universität Basel zusammen mit Experten der Kantone die internen Prozesse des Datenschutzes überprüfen und verbessern.

«Wir sind mit diesen Massnahmen sehr zufrieden», sagt Hanspeter Meier. Der
Co-Präsident der Grauen Panther Nordwestschweiz betont, dass sein Verein nicht grundsätzlich gegen die Uni-Studie sei. «Uns geht es einzig und alleine um den Datenschutz. Wenn die Personendaten garantiert gelöscht werden, ist das Problem für uns gelöst.»

Noch unklar ist dagegen, welche allfälligen Probleme der Uni selber durch diesen Schritt entstehen. «Wir müssen nun abklären, ob wir die erhofften Erkenntnisse noch wie geplant aus der Studie ziehen können», sagt Uni-Sprecher Matthias Geering. «Uns ging es aber darum, in einem ersten Schritt ein klares Signal auszusenden und Vertrauen zurückzugewinnen.» Alles weiter werde nun in einem zweiten Schritt abgeklärt.