In der Rektorenkonferenz CRUS diskutierten die Rektoren das am 20. Juni vorgestellte Konzept des Bundesrates zur Umsetzung der Zuwanderungsinitiative. Sie seien sich der schwierigen Situation des Bundesrats bewusst, sagte Antonio Loprieno, CRUS-Präsident und Rektor der Universität Basel, im Juli-Newsletter der CRUS. "Aber um ehrlich zu sein: Wir sind zutiefst enttäuscht."

Ihre Anliegen, die sie dem Bundesamt für Migration mitgeteilt hatten, seien in das Konzept nicht aufgenommen worden. Dieses sieht vor, dass künftig für alle Personen aus dem Ausland, die sich ab einer Dauer von vier Monaten in der Schweiz aufhalten, jährlich Kontingente festgelegt werden.

Nach Ansicht der Rektoren fehlen darin zwei Punkte: Erstens äussere sich der Bundesrat nicht explizit dazu, ob auch ausländische Studierende kontingentiert werden sollen oder nicht. Für Loprieno ist es "selbstverständlich", dass diese von Kontingenten ausgenommen werden: "Sie kommen nicht für eine lukrative Tätigkeit hierher und nehmen niemandem den Platz weg."

"Bevorzugt behandeln"

Zweitens differenziere der Bundesrat nicht zwischen wissenschaftlichem Personal und anderen Fachkräften. Für Loprieno müssten jedoch "Branchen, die Innovation und Wertschöpfung bedeuten, im Interesse des Landes bevorzugt behandelt werden". Ansonsten sieht er die starke Position des Schweizer Wissensstandorts im internationalen Wettbewerb um die besten Forschenden und die daraus resultierende Wertschöpfung gefährdet.

Dagegen begrüssen die Rektoren, dass der Bundesrat den Familiennachzug nicht begrenzen will. Dieser sei für Professoren, Doktorierende und Postdoktorierende sehr wichtig.

Mit einem Brief an den Bundesrat wollen sich die Rektoren erneut Gehör verschaffen. Sie hoffen, dass ihre Anliegen dann in die Botschaft an das Parlament zum Umsetzungskonzept einfliessen werden, die in den nächsten Monaten geplant ist.