Die Uni Basel will ihr Zentrum für Biomedizin ohne die Architekten Caruso St John bauen. Obwohl diese den Wettbewerb für den Neubau gewonnen hatten.

Ein Generalplanerteam um das Zürcher Architekturbüro Caruso St John Architects sollte eigentlich das neue Departement Biomedizin der Uni Basel bauen. Dort, wo heute das alte Biozentrum steht. Das ergab ein Wettbewerb Ende 2011. Doch nun hat sich die Uni von den Architekten getrennt, wie das «Regionaljournal» von Radio SRF berichtete. Der 241-Millionen-Franken-Bau soll bis 2024 fertiggebaut sein, an diesem Plan hält die Uni fest.

Und, wie Verwaltungsdirektor Christoph Tschumi gegenüber der bz erklärt, auch am Projekt, das gewählt wurde. Dieses darf aber nicht mehr als Werk von Caruso St John bezeichnet werden, das sieht der Vertrag zur Auflösung der Partnerschaft vor. Man werde aber sicher nicht wieder bei Null beginnen, sagt Tschumi. Bei den Zürcher Architekten ist man sehr enttäuscht von dem Entscheid. Der Projektverantwortliche, Florian Zierer, sagte gegenüber Radio SRF, dass «so etwas in der Schweiz, und gerade in der Architekturstadt Basel passiert, hätten wir nie für möglich gehalten.»

Das finanzielle Damoklesschwert

Grund für die Trennung seien betriebliche Abläufe, sagt Tschumi und meint damit wohl auch finanzielle. Das Departement Biomedizin ist das erste Gross-Bauprojekt, das die Uni in Eigenverantwortung durchzieht. «Bis zur Vorprojektphase haben wir noch mit dem Hochbauamt des Kantons Basel-Stadt zusammengearbeitet», sagt Tschumi. Jetzt ist man selbstständig an der Arbeit und will einfachere Abläufe und einen neuen Generalunternehmer, der das, bereits bis in viele Details ausgearbeitete, Projekt umsetzt. Und nach den kürzlich bekannt gewordenen Kostenüberschreitungen beim neuen Biozentrum will die Uni sichergehen, dass es keine neuen finanziellen Probleme gibt.

Der Entwurf der Zürcher war bei der Vorstellung 2015 noch als «überraschende architektonische Lösung» sowohl für die «städtebauliche Inszenierung rund um den im Entstehen begriffenen Campus», als auch für die Anforderungen der Universität an die innere Raumaufteilung gelobt worden. Entsprechend wehrt sich nun der Bund Schweizer Architekten (BSA) für die Architekten und ihr Projekt. Man fordere die «Weiterführung des Projektes mit den international renommierten Architekten Caruso St John auf Grundlage des Siegerprojektes», heisst es in einem Communiqué.

Das 1971 erbaute Biozentrum an der Klingelbergstrasse wird durch den Turm auf dem «Campus Schällemätteli» ersetzt, der dieser Tage in die Schlagzeilen geriet, weil es beim Bau zu Verzögerungen gekommen ist. Nach der Fertigstellung des Turms soll das alte Biozentrum dem Neubau weichen. Doch den angepeilten Abrisstermin im nächsten Jahr wird man kaum mehr einhalten können. Wenn der Abbruch des alten Biozentrums doch plangemäss 2019 stattfinden kann, soll das neue Institut 2024 betriebsbereit sein.