Die Uni spürt den kalten Wind, der ihr insbesondere aus dem Baselbiet entgegenbläst. Für das nächste Jahr plant die Universität Basel deshalb ein ausgeglichenes Budget – und spart mehrere Millionen. «Aufgrund der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen», wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung heisst.

Der Löwenanteil entfällt auf die Personalausgaben. Die bz hat bereits vor einigen Wochen von einem Einstellungsstopp bei vakanten Professuren berichtet. Inzwischen ist klar: Durch Fluktuationen und Vakanzen spart die Uni zwei Millionen ein. In einer Milchbüchleinrechnung käme dies auf ungefähr sechs Professuren, wie Uni-Sprecher Matthias Geering auf Anfrage bestätigt. Zudem wird durch «die im Jahr 2016 beschlossene Aufhebung des Instituts Urban and Landscape Studies 1 Million Franken jährlich eingespart.»

Auf der Einnahmeseite hingegen sollen ferner die Immobilien generieren: Zusätzliche Erträge von 2,8 Millionen sollen bei den Bundessubventionen anfallen sowie 1,1 Millionen mit einer «planerischen Entnahme aus Overhead-Mitteln».

Bildungspolitiker zufrieden

Mit diesen Mitteln plant die Uni, das freie Eigenkapital um acht Millionen zu schonen. Hat die Uni in der Vergangenheit auf zu grossem Fuss gelebt? «Nein», findet Oswald Inglin (CVP), Präsident der Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Grossen Rats. Er anerkennt vielmehr die Strategie der Uni, eigene Sparbemühungen zu unternehmen. «Damit trägt sie zur Sicherung der Staatsverträge zwischen Basel-Stadt und Baselland bei», sagt Inglin. Allerdings seien gerade im Bereich Personal so nur kurzfristige Einsparungen möglich. «Und auch dies tut der Uni weh», sagt Inglin. Es ist deutlich: Der 80-Millionen-Deal ist omnipräsent.

Verhaltene Freude auch im Nachbarskanton. Der Baselbieter SVP-Präsident Oskar Kämpfer hat sich immer wieder für Sparbemühungen bei der Uni eingesetzt. Er sagt: «Das ist sicher ein richtiger Ansatz.» Er vergleicht die Uni mit einem schweren Tankwagen: «Vielleicht ist diese Massnahme nun ein Blinken vor dem Abbiegen in die richtige Richtung.» Das werde sich aber noch zeigen. «Uns interessieren die langfristigen Ziele der Uni.»

Den grössten Teil der Einnahmen generiert die Uni Basel durch Beiträge der öffentlichen Hand. Von den 499,6 Millionen Franken tragen Basel-Stadt neu 32,5 (aktuell: 33,7) Prozent, Baselland 33,8 (33), der Bund 18,6 (18,1) und die restlichen Kantone 15,1 (15,2) Prozent bei.