Standort Liestal
Uniratspräsident Vischer: «Es sieht so aus, als ob das was werden könnte»

Universitätsratspräsident Ueli Vischer lässt sich zu den Plänen für einen Umzug zweier Fakultäten nach Liestal nicht in die Karten blicken. Immerhin bestätigt er, dass die Bestrebungen konkreter seien als auch schon.

Céline Feller
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Bis zu 3000 Studierende sollen künftig nicht mehr in Basel (Bild), sondern in Liestal die Vorlesung besuchen. (zVg/Uni Basel)

Bis zu 3000 Studierende sollen künftig nicht mehr in Basel (Bild), sondern in Liestal die Vorlesung besuchen. (zVg/Uni Basel)

Es sei nichts Neues, der Beschluss sei schon ein paar Jahre alt, sagt Ueli Vischer über die am Montag publik gewordenen Pläne der Universität Basel, bis zu 3000 Jus- und Wirtschafts-Studierende künftig in Liestal unterzubringen. «Eine solche Absicht haben wir 2007 auch bereits publiziert», sagt der Präsident des Universitätsrates. Seither seien von Baselbieter Gemeinden immer wieder Vorschläge gekommen, beispielsweise von Muttenz, ein Departement auf ihrem Boden anzusiedeln. «Am Ende wurden die Vorschläge dann aber immer wieder von den Gemeinden zurückgezogen.» Weil aber die beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland sehr interessiert sind an einem Standort auf dem Land, wurden immer wieder diverse Optionen geprüft. «Wir diskutieren die Raumplanung in jeder zweiten oder dritten Uniratssitzung», wiegelt Vischer ab.

Die Pläne, die Jus- und Wirtschaftsstudenten nach Liestal zu schicken, die die bz gestern publik machte, seien aber «konkreter als auch schon», räumte Vischer an der gestrigen Jahresmedienkonferenz der Uni Basel ein. «Es sieht aktuell so aus, als ob das was werden könnte, ja.» Aber spruchreif sei noch Nichts. Denn neben Liestal sind, so Vischer, auch noch andere Standorte in der Evaluation. Und dass ein Entscheid an der Sitzung des Universitätsrats am 17. Mai fallen soll, sei für Vischer neu. «Das habe ich heute in der Zeitung gelesen.» Die Rektorin der Uni Basel, Andrea Schenker-Wicki, stimmte ihrem Kollegen zu. Vischer betonte auch, dass von Seiten der Uni kein zeitlicher Druck bestehe und der Zeithorizont daher «sehr lange» sei.

Verbleib die billigere Option?

In den Überlegungen spielen natürlich auch die Kosten eine Rolle. Die beiden Häuser am Basler Bahnhof SBB, wo die beiden Fakultäten untergebracht sind, könne sich die Uni langfristig gar nicht leisten, so ein Uni-Kenner am Montag gegenüber der bz. Doch Vischer erwidert, dass die beiden Gebäude «was die Miete angeht, zwar nicht günstiger geworden sind, aber sie sind gut verantwortbar.» Die Mietverträge am Bahnhof laufen bis Ende 2018 und enthalten zwei Verlängerungsoptionen für jeweils fünf Jahre. Das heisst, die Mietobjekte sind vertraglich bis Ende 2028 gesichert. «Bestenfalls könnte man aber schon früher raus aus diesen Liegenschaften», sagt Vischer. Verwaltungsdirektor Christoph Tschumi entgegnet, dass eine vorzeitige Kündigung im Vertrag nicht vorgesehen ist und verhandelt werden müsste. «Wobei ein früherer Auszug als 2018 ohnehin nicht machbar wäre, da ein Umzug zwei so grosser Fakultäten einen grossen zeitlichen Vorlauf benötigt», so Tschumi.

Ob ein Umzug weg von den Bahnhofsbauten finanziell auch rentabel wäre, ist ohnehin fraglich, wie Vischer meint. «Die Baukosten sind in Liestal oder Muttenz nicht tiefer als in der Stadt. Und tendenziell sind Neubauten immer teurer, als sich in schon bestehenden Gebäuden einzumieten.»

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