Kardiologie
Unispital Basel setzt erstmals selbstauflösende Gefäss-Stütze ein

Dem Universitätsspital Basel ist es als erstem Schweizer Spital gelungen, Patienten eine Gefäss-Stütze einzusetzen, die sich von selbst wieder auflöst. Sie soll die natürliche Gefässfunktion unterstützen und Langzeitkomplikationen verhindern.

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Dem Universitätsspital Basel ist es als erstem Spital der Schweiz gelungen, einem Patienten eine Gefäss-Stütze, ein so genannter Stent, einzusetzen, die sich von selbst wieder auflöst.

Dem Universitätsspital Basel ist es als erstem Spital der Schweiz gelungen, einem Patienten eine Gefäss-Stütze, ein so genannter Stent, einzusetzen, die sich von selbst wieder auflöst.

Keystone

Dem Team der interventionellen Kardiologie sei das Einsetzen eines sogenannten temporären Stents erstmals Ende November gelungen, teilte das Spital am Freitag mit. Der Eingriff erfolgte wegen eines verengten Blutgefässes. Der Stent besteht aus einer neu entwickelten Magnesiumslegierung und löst sich nach einigen Monaten vollständig auf.

Die Gefäss-Stütze wurde zudem mit Medikamenten beschichtet, um eine neuerliche Gefässverengung zu verhindern. Gegenüber herkömmlichen Stents aus Metall, die dauerhaft im Körper bleiben, habe der neue Stent den Vorteil, dass er das betroffene Blutgefäss unterstützt und langfristig dessen natürliche Funktionen erhält. Damit sinke das Risiko späterer Komplikationen.

Die in Basel erfolgte Implantation des Stents "Dreams" (für "Drug Eluting Absorbable Metal Scaffold") ist Teil einer internationalen Untersuchung: Im Rahmen der klinischen Studie Biosolve-II werden laut dem Unispital Daten von über 120 Patienten gesammelt. Beteiligt sind Spitäler in der Schweiz, Deutschland, Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, Brasilien und Singapur.

Am Universitätsspital hat das Team der interventionellen Kardiologie mit den Professoren und Dozenten Christoph Kaiser, Raban Jeger und Peter Buser bereits zwei der neuartigen Implantationen vorgenommen. Beide Eingriffe seien wegen drohender Gefäss-Verschlüsse im November erfolgt; beiden Patienten gehe es gut, heisst es in der Mitteilung.