Es ist der Bauchbereich, in dem jetzt ein öffentliches und ein privates Basler Spital zusammenspannen. Das öffentliche Universitätsspital Basel und das private Claraspital gründen per Januar 2019 ein Joint Venture namens Clarunis. Das ist ein neues Bauchzentrum für die Nordwestschweiz, in dem die hochspezialisierte Medizin im Bereich Viszeralchirurgie und Gastroenterologie zusammengefasst wird.

Das Projekt soll national Schule machen und internationale Ausstrahlung erwirken, wie die Verwaltungsratspräsidenten und Direktoren der beiden Spitäler heute Mittwoch vor den Medien sagten.

Der Zeitpunkt ist interessant: Denn auf 2020 soll die neue Universitätsspital Nordwest AG gegründet werden, die Fusion aus dem Kantonsspital Baselland und dem Universitätsspital Basel. Dass mit der Bekanntgabe der Gründung von Clarunis nun just vor der grossen Herbstdebatte der beiden Parlamente zur Spitalfusion Stimmung gemacht werden soll, verneinten die Verantwortlichen: Die Planung sei bereits länger angelaufen, bei solchen Kooperationen müsse es schnell gehen, damit sie zustande kommen.

Was diese Kooperation nun tut. Raymond Cron, Verwaltungsratspräsident des Claraspitals, wies deshalb zusätzlich darauf hin, dass es sich um das Vorzeigemodell einer «Public-private partnership» handle, also einer Partnerschaft zwischen zwei Firmen, von denen die eine aus dem privaten und eine aus dem öffentlichen Sektor kommt.

Im neuen Zentrum werden die fachlichen Koryphäen beider Spitäler wirken. Insgesamt sollen für Clarunis rund 150 Mitarbeitende aus beiden Spitälern arbeiten. Die Kosten würden gemeinsam getragen, so Cron, und beide Spitäler behalten ihre Leistungsaufträge. Sie rechnen auch weiterhin mit den Versicherungen ab.

Offen sprachen die Verantwortlichen auch vom Zusammenhang mit der zu gründenden Universitätsspital Nordwest AG. Es sei eben eines der Ziele, dass Kräfte neu über solche Partnerschaften gebündelt werden können, sagte Robert-Jan Bumbacher, Verwaltungsratspräsident des Universitätsspitals. «Die neue Institution wird also kein Silo, kein Super-Tanker und kein Monolith, der alles dominiert», so Bumbacher: Vielmehr soll ein agiles Konstrukt entstehen, das im Bereich der Kompetenzbildung schnell handeln könne.

Nach Fallzahlen geregelt

Laut Claraspital-Direktor Peter Eichenberger werden derzeit noch offene Punkte wie unter anderem die Zustimmung der Wettbewerbskommission angegangen. Zudem wird ein neuer Geschäftsführer für Clarunis gesucht. Unterstützung kommt auch aus dem Nachbarkanton: Das Kantonsspital Baselland hat gleichentags in einer Mitteilung seine Unterstützung für das Bauchzentrum zugesagt.

Werner Kübler, Direktor des Universitätsspitals, verspricht sich vom Unternehmen, ein national sichtbares Forschungszentrum zu schaffen. Auch dank höherer Fallzahlen, denn die des Unispitals und jene des Claraspitals werden nun in Clarunis zusammengefasst. Über 9000 Fälle werden erwartet. Das solle sich auch in den Kräfteverhältnissen spiegeln: Wer die höheren Fallzahlen mitbringt – in diesem Fall das Claraspital – soll auch mehr zu sagen haben.