Bluttest-Eklat

Unispital-Verwaltungsrätin Gürkan tritt in Heidelberg zurück

Irmtraut Gürkan, Verwaltungsrätin des Basler Unispitals, trat als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums Heidelberg zurück.

Irmtraut Gürkan, Verwaltungsrätin des Basler Unispitals, trat als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums Heidelberg zurück.

Nach dem Bluttest-Skandal des Universitätsklinikums Heidelberg tritt Irmtraut Gürkan, stellvertretende Vorstandssitzende, per sofort zurück. Sie sitzt auch im Verwaltungsrat des Basler Universitätsspitals.

Ende Februar kündigte das Universitätsklinikum Heidelberg (UKH) einen neuartigen Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs an. Die renommierte Klinik tat dies aber auf eine Weise, die die Klinikleitung später zu einer öffentlichen Entschuldigung bewegte: einem Exklusiv-Deal mit der «Bild»-Zeitung.

Das Boulevardblatt schrieb von einer «Weltsensation». Bloss: Die Ankündigung war verfrüht. Eine wissenschaftliche Studie zum Bluttest fehlte, auch in keiner renommierten Fachzeitschrift wurde etwas publiziert. Laut der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» seien dies aber unabdingbare Voraussetzungen, um medizinische Forschungsergebnisse glaubwürdig öffentlich zu machen.

Basler Regierung wartet noch ab

Führt der Heidelberger Eklat zu Massenkündigungen? Vor knapp einer Woche hat bereits der Dekan der Medizinischen Fakultät gekündigt. Nun hat Irmtraut Gürkan, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und kaufmännische Direktorin, gestern Dienstag ihren sofortigen Rücktritt angekündigt.  Sie hat heute ihren letzten Arbeitstag. Das Spezielle: Gürkan sitzt auch im Verwaltungsrat des Basler Unispitals (USB). 

Ob die Geschehnisse in Heidelberg Auswirkungen auf ihre Funktion beim USB haben, beantwortete Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements, gegenüber dem Medienportal «onlinereports» lediglich mit: «Es laufen derzeit noch unabhängige Untersuchungen über die Vorkommnisse am Universitätsklinikum Heidelberg. Bevor die entsprechenden Berichte nicht vorliegen, möchten wir uns nicht dazu äussern.» Wahlbehörde des USB-VR ist die Basler Regierung.

Weitere Rücktritte in Heidelberg

Auch die Vorstandsvorsitzende des UKH, Annette Grüters-Kieslich, kündigte gestern ihren Rücktritt an. Dies per 31. Oktober, wie der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums mitteilte.

Gegenüber dem «aerzteblatt» äusserte sich Grüters-Kieslich zum vorzeitigen Rücktritt wie folgt: «Aufgrund der Gescheh­nisse der letzten Monate bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es richtig ist, mein Amt vorzeitig zur Verfügung zu stellen.» Weiter betonte sie die Wichtigkeit, dass Strukturen und Prozesse des Uniklinikums Heidelberg in Bezug auf seine Töchter und Ausgründungen deutlicher definiert werden müssten.

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