Uni Basel

Universität Basel verrät ihre neue Strategie

Die Universität setzt auch in Zukunft auf Life Sciences.

Die Universität setzt auch in Zukunft auf Life Sciences.

Die Strategie 2014 der Universität Basel steht fest. Life Sciences bleibt als Schwerpunkt erhalten. Hinzu kommen fünf neue Profilierungsgebiete. Von einer Architekturfakultät distanziert sich die Uni.

Neue Schwerpunkte werden: Life Sciences, Bildwissenschaften, Nanowissenschaften, Nachhaltigkeit und Energieforschung, European and Global Studies sowie Narrativität. Die sechs Gebiete ersetzen ab 2014 die beiden heutigen Schwerpunkte Life Sciences und Kultur. Rektor Antonio Loprieno bestätigt die Informationen des «Sonntags», möchte sich aber derzeit nicht weiter dazu äussern. Er und Universitätsrats-Präsident Ueli Vischer präsentierten die Strategie 2014 an der letzten Sitzung der Regenz, einem 80-köpfigen Gremium der Uni, das sich unter anderem mit deren langfristigen Entwicklung auseinandersetzt.

Ausbau im Bereich Life Sciences

Weitere Neuerungen sind der Ausbau der Klinischen Forschung im Bereich Life Sciences sowie der Ausbau der architektonischen Kompetenzen, integriert in den neuen Schwerpunkt Bildwissenschaften. Von einer Architekturfakultät, von der in den Medien mehrfach die Rede war, distanziert sich die Universität.

Durch die öffentliche Thematisierung habe Architektur einen «zu hohen Stellenwert» erhalten, heisst es im entsprechenden Protokoll. Bei der Etablierung neuer akademischer Themen würde nicht die Strukturfrage im Vordergrund stehen, sondern es gehe um die sinnvolle Erweiterung der akademischen Wissensbereiche. Derzeit «noch längst kein Thema» sei eine konkrete Fakultätsgründung.

Antrag für die Globalbeiträge

Bis Ende Jahr muss die Uni bei den Regierungen der Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland den Antrag für die Globalbeiträge für die nächste Leistungsperiode einreichen. Sie dauert von 2014 bis 2017. In diesem Zusammenhang definiert das Rektorat mit dem Universitätsrat die Entwicklungsschwerpunkte. Die Qualität der Strategieumsetzung hänge von den finanziellen Mitteln ab, hält die Uni fest. Über die Finanzierung der Uni wurde in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert. Der städtische Bildungsdirektor Christoph Eymann (LDP) äusserte mehrfach seine Bedenken in Bezug auf den Spardruck in Baselland. Die Entwicklung der Uni dürfe nicht gebremst werden, liess er die Mitglieder des Grossen Rates wissen.

«Inhaltlich-akademisch» argumentieren

Unirats-Präsident Vischer ist sich offenbar bewusst, dass der Widerstand gegen die hohen Globalbeiträge in Baselland stärker zu werden droht. Gegenüber den Kantonen, hielt Vischer vor der Regenz fest, werde man mit der Strategie 2014 «inhaltlich-akademisch» argumentieren. Allerdings müsse sich die Universität bewusst sein, dass diese Strategie 2014 zeitlich mit grossen Investitionen wie dem geplanten Neubau auf dem Schällenmätteli zusammenfalle, welche für die Träger «eine enorme finanzielle Belastung» darstellen würden.

die Erhöhung der Studiengebühren steht für die Uni ebenfalls zur Diskussion. Vischer kündigte gegenüber der Regenz an, dass sich der Universitätsrat mit diesem Thema befassen werde. Die Frage stellt sich insbesondere im Umgang mit ausländischen Studenten. Rektor Antonio Loprieno, gleichzeitig Präsident der Schweizerischen Universitätsrektorenkonferenz (Crus), sagte vergangene Woche gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass die Crus ein internationales Abgeltungssystem anstrebe, das ähnliche funktioniere wie dasjenige unter den Kantonen. Dabei bezahlen Herkunftskantone einen Beitrag an die Uni-Trägerkantone.

Im Vordergrund stehe derzeit ein bilaterales Abkommen mit Deutschland als Hauptherkunftsland der ausländischen Studierenden, sagte Loprieno. Dadurch könnten die Kosten abgegolten werden, welche bisher nicht speziell finanziert wurden.

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