Namensgebung

Universitätsspital Nordwest: Nach spöttischer Kritik verteidigen Spitäler ihren neuen Namen

(Themenbild)

Universitätsspital Nordwest: So soll das neue Grossspital nach dem Zusammenschluss von Universitätsspital Basel (im Bild) und Kantonsspital Baselland heissen.

(Themenbild)

Der neue Name für die geplante Spitalgruppe beider Basel sorgte für Kritik. Jetzt erklären die Verantwortlichen im Detail, wie der Spitalname entstanden ist.

«Universitätsspital Nordwest»: So soll das neue regionale Grossspital mit seinen rund 10'000 Mitarbeitenden nach dem Zusammenschluss von Universitätsspital Basel (USB) und Kantonsspital (KSBL) heissen. Die Kritik an der Wortschöpfung liess nicht lange auf sich warten: «Nordwest» sei eine Windrichtung, keine geografisch verortbare Bezeichnung, wurde im Kurznachrichtendienst Twitter gespöttelt. Wäre der Name nicht kurz vor der Fasnacht bekannt gegeben worden – er hätte wohl einige saftige Schnitzelbangg-Pointen abgegeben.

Schliesslich meldete sich – im heiligen Ernst – auch der ehemalige Basler Regierungsrat Christoph Eymann zu Wort: Unter dem Titel «Gute Sache, schlechter Name» geisselte er in der «Basler Zeitung» die Namensgebung als «total missglückt». Dass eine Ortsbezeichnung fehle, sei mehr als ein kosmetischer Mangel. Weshalb soll der Begriff Basel, den beide Kantone im Namen führen, nicht erscheinen?», fragt Eymann und verweist darauf, dass die Universität, die mit der Medizinischen Fakultät die Basis für die Qualität der Spitalgruppe bilde, das Label «Basel» trage. Demgegenüber gebe es keine «Universität Nordwest».

Die bz hat nochmals bei den Verantwortlichen von USB und KSBL nachgehakt. Alle weisen die Kritik Eymanns zurück: Es sei nicht unüblich, dass das zugehörige Universitätsspital anders heisse als die Universität. Schon in Bern heisst dieses «Inselspital». Der Name «Universitätsspital Nordwest» stehe für die Internationalität unserer Region und die Überwindung der Grenzen, teilen die Sprecher von USB und KSBL gemeinsam mit. Hätte man sich analog zur Uni für «Universitätsspital Basel» entschieden, hätte dies zum Ausdruck gebracht, dass das Kantonsspital Baselland übernommen wird. «Das wäre weder korrekt noch politisch wünschenswert gewesen.»

Warum nicht «beider Basel»?

Ein Leserbriefschreiber argumentiert, dass die Spitalverantwortlichen das neue Gebilde doch einfach Universitätsspital beider Basel hätten nennen können – analog etwa zum gemeinsamen Kinderspital UKBB. Das sehen die Spitäler anders: Der Begriff «beider Basel» oder auch «Region Basel» stünde einer allfälligen überkantonalen Erweiterung der Trägerschaft im Weg. Im Fokus stehen vor allem Partnerspitäler in den Kantonen Aargau und Solothurn. Da stellt sich die Frage, weshalb man mit Blick auf diese Partner nicht einfach den Zusatz «Nordwestschweiz» gewählt hat.

Gemäss Bundesamt für Statistik gehören zur Nordwestschweiz die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Aargau – nicht aber Solothurn, betonen die Spitäler. Dieses Argument ist nicht stichhaltig: Zwar stimmt der Hinweis auf die Definition des Bundesamts für Statistik. Nur: Würde man diese für bare Münze nehmen, hätten die vier genannten Kantone ihre gemeinsame Fachhochschule kaum mit dem Zusatz «Nordwestschweiz» versehen. In Tat und Wahrheit handelt es sich bei der FHNW um eine bestens eingeführte und unbestrittene Marke.

300 Namen geprüft

Ein paritätisch von Vertretern beider Spitäler zusammengesetztes Projektteam hat insgesamt 300 Namen und zwei Varianten geprüft. Variante 1: ein extra kreierter neuer Kunstname. Variante 2: ein Name, der die Nähe und die Kooperation mit der Universität unterstreicht. Einstimmig wählten die leitenden Gremien von KSBL und USB gemeinsam mit den Gesundheitsdirektoren Thomas Weber (BL) und Lukas Engelberger (BS) schliesslich den Namen Universitätsspital Nordwest. Segnen die Parlamente und das Volk beider Basel die Spitalfusion ab, soll das neue Gebilde am 1. Januar 2020 seinen Betrieb aufnehmen.

Meistgesehen

Artboard 1