Das gibt es nicht allzu oft: Eine Bank, deren Inhaber mit ihrem gesamten Privatvermögen haften. Da überlegt sich ein Bankier zwei mal, ob man in ein Geschäft mit hohem Risiko einsteigt – oder es eben bleiben lässt, weil zu riskant. «Wir verwalten unser Vermögen, als wäre es unser eigenes», werben die Baumann & Cie Banquiers, die seit bald 100 Jahren ihr Geschäft als Kommanditgesellschaft betreiben. Die persönlich haftenden Besitzer sind Rolf Bühler, Daniel O. A. Rüedi und Matthias C.E. Preiswerk; Urs Baumann, der letzte der Teilhaber mit dem gleichen Namen der Bank, ist pensioniert und hat sich per Ende 2016 zurückgezogen, wie es am Montag an einer Medienorientierung hiess.

Auch bei einer Privatbank laufen die Geschäfte nicht immer gleich rund. Der Gewinn ist im vergangenen Jahr von 15,8 auf 13,3 Millionen zurückgegangen, dies wegen des rückläufigen Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts, welches den Hauptpfeiler des Baumann-Bankgeschäfts darstellt. Der Bruttoertrag sank in diesem Bereich 4,1 Prozent. Es sei dies eine Folge des tiefen und negativen Zinsen und der herrschenden Unsicherheit an den Märkten, sagte Matthias Preiswerk. Es gab weniger Verwaltungsaufträge, und beispielsweise wurden weniger Obligationen neu angelegt. Teilweise wurde dies kompensiert aus dem Handelsgeschäft (12,2%) und aus den Beteiligungserträgen (+16,4%), sowie, erstaunlicherweise, aus dem Erfolg des Zinsgeschäfts (+14,6%). Die an die Nationalbank bezahlten Negativzinsen beliefen sich auf 250  000 Franken.

Da sich das Verhältnis aus Kosten und Ertrag noch immer auf 60 Prozent beläuft (Vorjahr: 65%), muss sich die Bank keine Sorgen machen. Per Ende 2016 beliefen sich die ausgewiesenen Eigenmittel auf 123 Millionen Franken, was einem Eigenmitteldeckungsgrad von 342 Prozent entspreche. Gesetzlich seien Eigenmittel in der Höhe von 36 Millionen erforderlich.

Die immer strengeren Regeln der Finanzmarktaufsicht Finma stellen die kleine Bank hingegen vor grosse Herausforderungen. So seien beispielsweise bei gewissen Finanzanlagen mit einem Schlag die Eigenmittelerfordernisse fast verzehnfacht worden, während das bei Einzelaktien nicht geschehen sei, sagte Teilhaber Rolf Bühler, verantwortlich für den Bereich Verarbeitung und IT. Die kleinen Banken müssen in den meisten Bereichen die gleich hohen Anforderungen erfüllen wie die Grossen. Und für einige der ganz Grossen gelte dann ausserdem: Too big to fail, zu gross, um zu scheitern. Ein schwerwiegender Wettbewerbsnachteil.

Die Anlagepolitik der Bank bezeichnete Daniel Rüedi als langfristig und nachhaltig. Sie ist auf kleinere und mittelgrosse Firmen fokussiert.