Da kämpft der Tambourmajor mit Rückenschmerzen, der Drummler mit Blasen an den Händen, die Alti Dante mit einem sturmen Magen, der Waggis mit Kopfschmerzen am Tag danach und der Schnitzelbänggler mit einem rauen Hals.

«Unter der Ladäärne findet sich bei uns stets eine gute Auswahl an Medikamenten, sei es gegen Schmerzen jedwelcher Art oder auch Magenbrennen», sagt ein Mitglied der Alten Garde einer Stammgesellschaft zur «Schweiz am Wochenende». «Wir sind ältere Herren, da braucht man das, um die drey scheenschte Dääg durchzuhalten.» Ein Schnitzelbänkler wiederum gibt an, dass er stets genug Lutschtabletten im Hosensack habe.

Wenn der Magen rebelliert

Tatsächlich wird kurz vor der Basler Fasnacht in den Apotheken mehr nach gewissen Mitteln nachgefragt, sagt Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Baselstädtischen Apotheker-Verbands: «Schnupfensprays, Mittel gegen Schmerzen mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen sowie Blasenpflaster sind gerade ziemlich populär. Aber auch Medikamente, die den Magen beruhigen.»

Man müsse sich vorstellen: Während der Fasnacht ernähre man sich anders als sonst, unregelmässiger und vor allem ungesünder. Dazu komme der Alkohol. «Da kann es gut sein, dass der Magen rebelliert und einem das Käskiechli schwer aufliegt», sagt Isler-Christ.

Grundsätzlich rät die Apothekerin bei starken entzündungshemmenden Wirkstoffen wie dem rezeptfreien Ibuprofen zu Zurückhaltung. «Aber an der Fasnacht kann man da schon mal eine Ausnahme machen, wenn man Ruhe haben will von den Schmerzen. Während einer solch kurzen Zeit ist eine entsprechende Einnahme bis zu drei Mal am Tag kein Problem. Auch, wenn dabei Alkohol konsumiert wird. In Kombination mit einem Magenschoner ist man da sicher gut beraten», so Isler.

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Bei einem «blöden Bauch», wie sie sagt, empfehle sie derweil den Wirkstoff Domperidon, der gegen Übelkeit gut wirke – oder eine Mischung aus Pflanzentinkturen. Von einem Ansturm auf die Apotheken vor der Fasnacht möchte Isler-Christ allerdings nicht reden.

«Es ist einfach ein grösserer Beratungsbedarf da, melden uns unsere Mitglieder. Aber es kommt nie zu knappen Beständen in den Apotheken. Es handelt sich dabei mit wenigen Ausnahmen stets um Mittel, die das ganze Jahr über in einer ausreichenden Menge im Grundsortiment vorhanden sind.»