90 unterirdische Parkplätze sollen entstehen, die 56 Parkplätze auf dem Wettsteinplatz würden aufgehoben, damit dieser zu einem attraktiven Veranstaltungsort wird. Rund acht Millionen Franken soll die geplante Tiefgarage kosten. «Wollen wir denn etwas aufgeben, das funktioniert, gegen etwas, das wahrscheinlich nicht funktioniert?», fragte SVP-Grossrat und Einwohnerrat Heinrich Ueberwasser anlässlich einer von der CVP Riehen-Bettingen organisierten Podiumsdiskussion im Landgasthof.

Pragmatisch oder Panikmache?

Während Gemeinderat Daniel Albietz (CVP) als Einführung ins Thema in der Tiefgarage einen Mehrwert zur Attraktivitätssteigerung des Dorfkerns sieht, widersprach ihm SVP-Einwohnerratskandidatin Jenny Schweizer vehement. «Ich sehe für die acht Millionen Franken keinen Mehrwert. Es wird wohl keine Gratisparkzeit mehr geben, der Ein- und Ausgang ist weit weg von den Läden und die oberirdischen Parkplätze für Behinderte werden unterirdisch. Das ist nicht attraktiv.» Heinrich Ueberwasser möchte pragmatisch Schritt für Schritt denken und abwarten, was mit der Post und dem Saal des Landgasthofs passiert. Auch sollten die Grossverteiler angefragt werden, ob sie nicht endlich ausbauen und allenfalls selber eine Tiefgarage bauen möchten.»

GLP-Grossrätin Katja Christ warf Ueberwasser daraufhin Angstmacherei vor. «Wir dürfen nicht immer auf andere warten. Wir sollten selber aktiv sein und planen.» Sie machte kein Geheimnis aus ihren Vorstellungen des Riehener Dorfkerns und brachte dabei immer wieder den Vergleich mit Lörrach ins Spiel. «Ich wünsche mir einen autofreien Dorfkern. Die Tiefgarage gleich nebenan, von der man in kürzester Zeit im Dorf bei den Läden ist. Das ist mein Traum und meine Vision.» CVP-Einwohnerrätin Priska Keller sieht in der aktuellen Verkehrssituation im Dorfkern eine Gefahr für Fussgänger. «Der neue Dorfkern ladet zwar zum Flanieren ein. Dabei stören aber die Autos. Sie gehören deshalb unter die Erde.» Die Velos und Busse würden aber bleiben, entgegnete Jenny Schweizer. «Dann ist es halt keine Flaniermeile. Ihnen geht es doch nur darum, dass die Autos weg sind.»

Widerstand aus dem Publikum

Katja Christ kann nicht verstehen, weshalb sich die SVP gegen 34 zusätzliche Parkplätze im Dorfkern wehrt. «Unterirdisch ist nicht gleich attraktiv wie oberirdisch», antwortete Heinrich Ueberwasser. Und dass tolle Veranstaltungen nur auf einer Wettsteinanlage ohne Parkplätze möglich seien, stimme nicht, so Ueberwasser. «Der Donnschtig-Jass, mit dem die Befürworter stets argumentieren, hat ja auch mit Parkplätzen prima geklappt. Man muss den Platz halt für Autos für eine gewisse Zeit sperren.»

In der anschliessenden Fragerunde wurde die Kritik an der Tiefgarage noch lauter. «Wir brauchen keine Tiefgarage, weil die Situation so für uns stimmt», meinte ein Mann, der für einen verkehrsfreien Dorfkern eine andere Zufahrt auf den Wettsteinplatz anregte. Eine ältere Frau übte Kritik an der geplanten Fällung von Bäumen, eine weitere Frau gab offen zu, dass sie in Tiefgaragen Angst habe. Moderator und CVP-Einwohnerrat Patrick Huber hatte in der Fragerunde alle Hände voll zu tun.