MCH Group
Unternehmer Skaterschikov über die Investorsuche bei der MCH Group: «Das Bieterverfahren war eine Farce»

Der Kunstunternehmer Sergej Skaterschikov kritisiert, wie die MCH Group zu ihrem Investor gefunden hat.

Christian Mensch
Merken
Drucken
Teilen
Sergej Skaterschikov wollte mit seiner Firma als Grossinvestor bei der MCH Group einsteigen. Seit Mittwoch ist aber klar, dass daraus nichts wird. (Symbolbild)

Sergej Skaterschikov wollte mit seiner Firma als Grossinvestor bei der MCH Group einsteigen. Seit Mittwoch ist aber klar, dass daraus nichts wird. (Symbolbild)

Kenneth Nars

Der russische Investor Sergej Skaterschikov hat sich bemüht, über seine Basler Firma Atlas Index als Grossinvestor bei der MCH Group einsteigen zu können. Daraus wird nichts. Der Messekonzern hat am Mittwoch bestätigt, dass er derzeit ausschliesslich mit der New Yorker Gesellschaft Lupa Systems verhandelt, der privaten Investmentgesellschaft von James Murdoch.

Im Gespräch mit dieser Zeitung sagt Skaterschikov, was er in Basel an Verhandlungsführung erlebt habe, sei schon «ein spezielle Erfahrung» gewesen. Das Management sei an seinem Angebot schlicht «nicht interessiert» gewesen. Er sei nicht willkommen gewesen und habe den Eindruck, es habe sich um einen reinen «pro forma Prozess» gehandelt.

Er erachte es auch nicht als normal, dass ihm verweigert worden sei, eine Due Dilligence zu machen. Ob der Lupa Systems ein genauerer Einblick in die Geschäftsbücher gewährt wurde, ist derzeit nicht bekannt. Skaterschikov sagt, er habe den Eindruck, aus Gründen über die er nur spekulieren könne, habe das Management von Anfang an auf das Angebot von Murdoch gesetzt.

Das asiatische Geschäft wäre verstärkt worden

Skaterschikov, der sich seit Jahren mit wechselhaftem Erfolg im Kunstgeschäft bewegt, ist im vergangenen November mit Börsenkäufen als Aktionär bei der MCH Group eingestiegen. Der Russe hat sich dabei auch über eine Finanzkonstruktion die Unterstützung des schwerreichen Hongkonger Medien- und Kulturunternehmers Adrien Cheng gesichert.

Skaterschikov sagt, Cheng sei nicht direkt im Verhandlungsprozess involviert gewesen. Er räumt jedoch ein: Hätte sein Konsortium den Zuschlag erhalten, so hätte es vor allem auch das asiatische Geschäft forciert. Skaterschikov ist der Ansicht, dass sich vor allem aus der Art Basel finanziell viel mehr machen liesse. Mit zusätzlichen Aktivitäten sieht er sie als Ganzjahresveranstaltung in der digitalen Welt.

Nach vorliegenden Informationen stehen die Verhandlungen mit Murdochs Lupa Systems vor dem Abschluss, dass sie im Verlauf von heute Freitag kommuniziert werden können.

Genaue Prüfung des Murdoch-Deals

Skaterschikov sagt, er werde mit anderen Aktionären genau prüfen werde, unter welchen Konditionen mit Murdoch eine Einigung erzielt werden konnte. Käme es zu einem juristischen Nachgang, würde dies wenig überraschen.

Eine Zusammenarbeit mit Murdoch kann sich Skaterschikov derzeit nicht vorstellen. Doch auch ein Ausstieg könnte für ihn nicht von Schaden sein. Schliesslich beflügelt der bevorstehende Einstieg eines Investores den Kurs derart, dass der Börsenhandel vorübergehend eingestellt werden musste.