Roland Buser hört man es an, dass er jahrelang im Ausland gearbeitet hat. Immer wieder mischen sich englische Brocken in seinen Baselbieter Dialekt. «Basically in den letzten 25 bis 30 Jahren war ich im Ausland. Und jetzt komme ich wieder zurück ins Waldenburgertal. Dort wo unsere Wurzeln sind.» Sowohl sein Vater wie auch Grossvater hatten für die Buser Manufaktur in Niederdorf gearbeitet. Sie wurde in die Suisse-Reuni-Gruppe integriert. Später wurde daraus die Revue Thommen weiterentwickelt.

Sein grosser Plan: Der Aufbau einer Uhrenfabrik, wenn möglich in den alten Gebäuden der Firma Revue Thommen (die bz berichtete). Die Firmenrechte und die ersten fünf Modellreihen mit insgesamt 60 Modellen hatte er schon im Vorjahr erworben. Zum Teil ist es die alte Kollektion von Grovana. Die Firma in Tecknau hatte zuletzt Revue Thommen-Uhren hergestellt. Die neue alte Firma heisst Gedeon Thommen Watch AG. Ein Zeitplan liegt nicht vor, aber er sagt, es sei doch einiges schneller gegangen als ursprünglich erwartet.

Zur Zeit werden die Uhren von sechs verschiedenen Herstellern in der Schweiz produziert, die Werkmontage findet im Tessin sowie im Baselbiet statt.

Ein erster Schritt im vergangenen Jahr war das Kreieren eines neuen Brands mit einem neuen Firmenlogo und Design Features und der Startschuss an der Baselworld. «Kontrolle über die Distribution ist sehr wichtig, auch das Pricing, das Marketing.

«Jetzt kann ich alles gebrauchen»

«Ich kenne alle diese Bereiche. Ich habe als Uhrmacher-Rhabilleur gearbeitet, war bei Ronda und der ETA tätig. Ich war als Direktor bei Richemont für den Aufbau der Servicestellen mitbeteiligt, 2004 hatte ich die Distribution bei Chopard neu organisiert und die Marke in Asien repositioniert», fasst er seinen Lebenslauf in brief zusammen. «In jeder Firma habe ich sehr viel gelernt. Jetzt kann ich alles gebrauchen.»

Derzeit beschäftigt Revue Thommen sieben Leute, wobei die Produktion, wie eingangs geschildert, noch extern ist. Neue Wege beschreitet er bei der Firmenorganisation, die von Beginn weg onlinebasiert ist. Alle Infos seien auch per Mobile abrufbar, es ist eine shared Platform. Die Modellpalette ist im oberen Mittelpreissegment angesiedelt, eine Preisklasse die es so noch nicht gebe. Begonnen hat Revue Thommen mit einer Reihe Uhren aus Stahl (1800 bis 4000 Franken), es wird eine Stahl–Gold-Gamme folgen (3000 bis 6000 Franken) und ein Goldstandard (6000 bis 15 000 Franken). Auf dem Programm sind Sport- und Fliegeruhren sowie eine Alarmuhr.