Abstimmungskampf

Unterstützer der Grünwirtschaft betonen Rentabilität

Die Initiative "Grüne Wirtschaft" hat zurzeit beim Stimmvolk viel Rückenwind. (Symbolbild)

Die Initiative "Grüne Wirtschaft" hat zurzeit beim Stimmvolk viel Rückenwind. (Symbolbild)

Ein bikantonales Ja-Komitee macht sich für die Initiative «Grüne Wirtschaft» stark. Sie sind überzeugt, dass neben der Umwelt auch die Ökonomie von einer Annahme profitieren würde

Zur Volksinitiative «Grüne Wirtschaft», die am 25. September zur Abstimmung kommt, hat sich regionales Unterstützerkomitee Basel-Stadt und Baselland gebildet. Es setzt sich zusammen aus verschiedenen Teilorganisationen der sozialdemokratischen und grünen Parteien beider Kantone, den Grünliberalen Basel-Stadt, Basta, dem Gewerkschaftsbund beider Basel, Pro Natura und Ärzte für Umweltschutz. An Unternehmen sind Repstatt und Backwarenoutlet vertreten, zwei Basler Kleinbetriebe.

Klaus Kirchmayr, Fraktionspräsident der Grünen Baselland betonte jedoch: «Dass wir mit der Initiative im globalen Trend liegen zeigt unter anderem, dass sich eine der grössten Steuerzahlerinnen im Baselbiet – die Ikea – öffentlich hinter die Initiative stellt.» Auf Anfrage bestätigt Ikea-Sprecher Aurel Hosennen diese Aussage.

Franke-Küchen und Caterpillar

An einer Pressekonferenz legten die Co-Präsidentinnen und Co-Präsidenten des regionalen Komitees dar, weshalb sie verbindliche Ziele für die Reduktion des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz fordern. «Diese Zielvorgabe ist mit dem Pariser Klimaabkommen kompatibel und sorgt dafür, dass die Pariser Ziele in der Schweiz erreicht werden» erklärt Raffaela Hanauer, Co-Präsidentin des Jungen grünen Bündnisses. Um das Versprechen zu erfüllen, das die Schweiz in Paris abgegeben hat, brauche es verbindliche Ziele.

Barbara Wegmann, Vizepräsidentin der Grünen Basel-Stadt betonte, dass sich Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft auch wirtschaftlich lohne: «Die 42 Unternehmen, welche sich seit der Gründung des Netzwerks Ressourceneffizienz zu konkreten Massnahmen entschlossen haben, sparen zusammen jährlich mindestens 100 Millionen Franken an Materialien und Energie ein». Auch der Küchenhersteller Franke spare durch Umstellung auf Ecodesign jährlich Millionen. Michela Seggiani von der SP Basel ergänzte, der Baumaschinenhersteller Caterpillar verlange auf Kernkomponenten der Maschinen ein Pfand und verkaufe sie dann aufgearbeitet als Ersatzteile weiter. Caterpillar erziele so eine höhere Marge als mit der Produktion von Neuteilen.

«Die Kreislaufwirtschaft fördert die Unabhängigkeit von Importen und somit die Unabhängigkeit vom Ausland und verfügt gleichzeitig über das Potenzial zur Schaffung vieler Arbeitsplätze», erklärte Katja Christ Präsidentin der Grünliberalen Basel-Stadt.

Die Juso Co-Präsidentin Mirjam Kohler zerpflückte die Argumente der Gegner: «Die Initiative zielt nicht auf die Konsumentinnen und Konsumenten, sondern fordert von Bund und Kantonen ökologisch verantwortungsvolleres Handeln». Und Basta-Co-Präsdentin Tonja Zürcher, wies darauf hin, dass der heutige Ressourcenverbrauch nicht nur auf Kosten zukünftiger Generationen gehe, sondern auch auf Kosten anderer Regionen. Dies habe in den nächsten Jahrzehnten weitere Konflikte und 200 Millionen Klimaflüchtlinge zur Folge.

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Autorin

Daniel Haller

Daniel Haller

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