Lange dauert es nicht, bis verschiedene Medien über die sich aufbauende Rauchsäule am Hafen berichten. Über die Handys werden Bilder ausgetauscht, erste Gerüche machen die Runde. Das ist ungefähr um 14.30 Uhr am Freitag und der Brand eine Viertelstunde alt. Bis sich die Behörden offiziell an die Medien wenden, vergehen satte drei Stunden. Es ist eine Mitteilung, aus der nicht einmal klar hervorgeht, ob es noch brennt. Doch auch dazwischen herrscht zeitweise Verwirrung. «Durch die Polizei wurde die Bevölkerung in einer ersten Phase über die Medien angewiesen, die Fenster und Türen geschlossen zu halten», heisst es in der Mitteilung.

Brand am Basler Rheinhafen: die Leservideos

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Von einer gezielten Information kann indes keine Rede sein. Das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) sonderte lediglich über Twitter eine Nachricht ab, die lautete: «Brand mit starker Rauchentwicklung im Basler Hafen. Polizei und Rettung Basel-Stadt empfehlen, das Gebiet zu umfahren und die Fenster zu schliessen.» Unklar war lange, wer von dieser Meldung betroffen war. In den Medien war bald vom Gebiet Kleinhüningen, bald vom gesamten Kleinbasel die Rede.

Während die Polizei mittels Lautsprechern die Bevölkerung vor giftigem Rauch warnte, liess die Staatsanwaltschaft die Journalisten vor Ort wissen, dass unklar sei, ob der Rauch giftig ist. Später hiess es, es bestehe gemäss ersten Messungen keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Stawa war es auch, die schliesslich Entwarnung gab und schrieb, es hätten Eisenbahnschienen gebrannt – in Wahrheit waren es wohl eher Eisenbahnschwellen aus Holz. Im Wirrwarr zwischen JSD und Stawa war die Polizei nicht erreichbar. Offenbar sind Brände kommunikativ bei der Stawa angegliedert und nicht bei der Feuerwehr.

Politiker reagieren empört

Die Kommunikation der Behörden sorgte für Kritik. Auf Twitter schrieben zahlreiche Personen das JSD direkt an, dieses liess aber Anfragen unbeantwortet. Ganz im Gegensatz zu ihren Vorbildern in Deutschland, wo die Behörden jeweils den aktuellen Stand der Dinge an die Bevölkerung weitergeben.

Es sei «unverständlich», wenn die Polizei zwar im Quartier, nicht aber auf sozialen Netzwerken informiere, ärgerte sich etwa SVP-Grossrat Joël Thüring. Auch die ehemaligen Grossräte Dani Jansen (SP) und Emmanuel Ullmann lassen ihrem Unmut freien Lauf: «Ich finde die Informationspolitik der Behörden lausig. Seit einer Stunde keine Infos. Man soll Fenster schliessen. Aber die Leute spazieren weiter. Was nun?», schreibt Ullmann. «Alle die kein Twitter haben oder nicht ständig draufschauen, bekommen keine Warnung mit», doppelt Jansen nach.