Grenzgänger
Urteil Bundesgericht: Grenzgänger müssen sich in Schweiz versichern

Frankreich will seine Grenzgänger zwingen, sich in der teuren staatlichen Krankenversicherung zu versichern. Jetzt sagt das Bundesgericht in Lausanne auf einmal das Gegenteil. Die Schweizer Grundversicherung könnte für Elsässer billiger sein.

Peter Schenk
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Elsässer Grenzgänger am Zollübergang Hegenheim.

Elsässer Grenzgänger am Zollübergang Hegenheim.

Juri Junkov

Es ist eine ewige Geschichte. Nachdem das oberste französische Verwaltungsgericht entschieden hat, dass die französischen Grenzgänger sich in der staatlichen französischen Krankenkasse versichern müssen, kommt das Bundesgericht in Lausanne nun zu einem anderen Urteil. Dies berichtete die elsässische Tageszeitung «L'Alsace».

Die Entscheidung geht auf ein Verfahren vom 10. März 2015 zurück, in dem ein deutscher Grenzgänger sein Recht eingeklagt hatte, sich in der Schweizer Grundversicherung zu versichern. In einem Brief vom 20. April informierte das Bundesamt für Gesundheit die Kantonsregierungen und die Versicherungen, dass Grenzgänger in der obligatorischen Grundversicherung in der Schweiz versichert sein müssen.

Dies betrifft die Grenzgänger, die am Wohnsitz eine Krankenversicherung hatten, ohne die Versicherung in der Schweiz auszuschliessen. Von dem Urteil sind 170'000 französische Grenzgänger betroffen. In Frankreich müssen sie bald sechs beziehungsweise acht Prozent ihres Einkommens für die Krankenkasse zahlen. Die Schweizer Lösung wäre oft billiger.